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Die Sammelplakatwände der Gemeinden sind mancherorts, wie hier im Planegger Ortsteil Martinsried, die einzigen legalen Möglichkeiten zur Anbringung von Wahlwerbung.

Das Würmtal vor der Bundestagswahl

Wahlkampf mit wenigen Höhepunkten

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Der Wahlkampf im Würmtal scheint eine beschauliche Angelegenheit zu werden. Die Plakatierung ist reglementiert, Wahlkampftermine halten sich Grenzen, und mancher Direktkandidat wird wohl gar nicht vorbeischauen.

Würmtal – Vier Wochen sind es noch bis zur Bundestagswahl. Richtig Fahrt aufgenommen hat der Wahlkampf bisher noch nicht, zumindest nicht im Würmtal. Erst so langsam schicken sich auch die Ortsgruppierungen an, für ihre Parteien zu trommeln. In den nächsten Wochen werden die Mitglieder vor Ort an Infoständen anzutreffen sein, werden die üblichen Flugblätter verteilen. Viele Gelegenheiten, den Direktkandidaten auf den Zahn zu fühlen, wird es zwischen Gauting und Gräfelfing aber nicht geben. Mancher Direktkandidat kommt gar nicht im Würmtal vorbei. Und auch prominente Unterstützer und Mandatsträger werden wohl andernorts dringender gebraucht.

Der Plakatwahlwahlkampf wurde durch Plakatierungsverordnungen ohnehin auf ein Minimum reduziert. Und noch nicht einmal die verbliebenen Möglichkeiten wurden bisher ausgeschöpft. So manche Fläche auf den von den Gemeinden eingerichteten Sammelplakatwänden ist noch leer.

Mit am umtriebigsten im Würmtal scheint bisher Florian Hahn, der Direktkandidat der CSU für den Wahlkreis München Land. Der Bundestagsabgeordnete aus Putzbrunn hat sich für den kommenden Montag (18 Uhr) zu einem Besuch im Martinsrieder Lokal Poseidon angekündigt, zusammen mit seiner Parteikollegin Dorothee Bär, Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium. Am 6. September bringt er Bayerns Finanzminister Markus Söder mit zu einem Frühschoppen im Restaurant Laurus in Gräfelfing (10 Uhr, mit Anmeldung). In Neuried schaute Hahn in dieser Woche auf dem Marktplatz vorbei und lädt dort am 9. September zu einer Radtour ein. In Planegg sei er zum Haustürwahlkampf gewesen, berichtet Anselm Engelmayer, Vorsitzender des Planegger CSU-Ortsverbandes.

Viel in ihrem Wahlkreis unterwegs ist auch Bela Bach. Mit erst 26 Jahren ist die Planeggerin schon zum zweiten Mal Direktkandidatin der SPD für den Wahlkreis München-Land. So viel prominente Unterstützung wie ihr CSU-Konkurrent kann sie zwar nicht aufbieten. Immerhin reist Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz Anfang September für einen gemeinsamen Auftritt zur Keferloher Woche an. Sie selbst kommt am Dienstag, 29. August, zu einer Brotzeit in den Biergarten des Heide-Volm in Planegg (ab 18 Uhr) und lädt für den 6. September zum Pizzaessen in den Neurieder Sportpark. Ihr Planegger Ortsverein hat in den kommenden Wochen zahlreiche Infostände angekündigt, am 11. September (19 Uhr) will er im Gasthof Eiche das Wahlprogramm vorstellen.

Für Bach wird es auf ein gutes Abschneiden der SPD in Bayern ankommen. Dann hat sie über die Landesliste eine Chance auf ein Bundestagsmandat. Ihr Wahlkreis ist seit jeher fest in der Hand der CSU. Trotzdem wolle man Präsenz zeigen, sagt der Planegger CSU-Ortsvorsitzende Anselm Engelmayer. Weitere Wahlkampftermine vor Ort stünden aber noch nicht fest.

Die FDP ist bundesweit wieder im Aufwind und betreibt einen recht aktiven Wahlkampf im Landkreis München. „Wir haben was gutzumachen“, sagt der Kreisvorsitzende Ralph-Peter Rauchfuss. Obwohl man im Landkreis München ja auch vor vier Jahren nicht so schlecht abgeschnitten habe. Da stand man auch im Würmtal nicht so schlecht da. Trotz des Potenzials sind Auftritte ihres Direktkandidaten Jimmy Schulz hier bisher nicht angesetzt.

Fritz Haugg, Planegger FDP-Gemeinderat, hat in seiner Gemeinde mit Spitzenkandidat Christian Lindner und mit seinem eigenen Konterfei plakatiert. Haugg tritt zwar ebenfalls zur Bundestagswahl an, aber im Wahlkreis Miesbach. Vier Infostände in Planegg und Martinsried sind im September geplant. Die Gräfelfinger Liberalen wollen mit Infoständen immer freitags und samstags in der Bahnhofstraße „klassischen Straßenwahlkampf“ machen, wie Schatzmeister Georg Wolters ankündigt. Man hoffe, dass auch Jimmy Schulz noch die Zeit findet, einmal vorbeizuschauen.

Die FDP-Kandidatin für den Wahlkreis Starnberg-Landsberg, Britta Hundesrügge, ist dagegen viel im Würmtal unterwegs. Sie hat sich vier Wochen Urlaub genommen, bis zur Wahl sind sieben Termine in Gauting angesetzt, wo sie derzeit Gemeinderätin ist. Zweimal will sie sich in Krailling sehen lassen.

Linke und AfD sind im Würmtal nur mit Plakaten präsent, es gibt keine Ortsgruppierungen. Aber auch die Grünen im Würmtal haben bisher kaum getrommelt. Mit Anton Hofreiter haben sie in München Land einen prominenten Kandidaten, der aber keinen Abstecher ins Würmtal geplant hat. In Gräfelfing sind lediglich zwei Infostände angekündigt, aus Gauting und Krailling sind gar keine Termine bekannt.

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