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Vom Borkenkäfer befallene Bäume kennzeichnet Förster Florian Mergler (r.). Christian Gick (l.) von der Waldbesitzervereinigung des Landkreises Starnberg ruft dazu auf, alle Fichtenbestände sofort zu kontrollieren.

Waldbesitzer rechnen mit starkem Befall

Borkenkäfer arbeitet inkognito

Das kalte, feuchte Wetter sollte den Borkenkäfer ausbremsen. Doch der lässt sich so leicht nicht unterkriegen. Er hält die Waldbesitzer auf Trab – und das derzeit inkognito. Schuld ist die Witterung.

Würmtal– Reges Treiben herrscht derzeit in den Wäldern im Würmtal. Der Borkenkäfer schwärmt aus und weil er so emsig ist, sind auch die Waldbesitzer auf den Beinen. Der Wintereinbruch zu Ostern hätte das Tier etwas aufhalten sollen, so die Hoffnung der Waldbesitzer nach dem warmen März. Doch der Plan ging nicht auf. Jan Staugaard, Forstverwalter des Barons von Hirsch, sagt deutlich: „Es gibt keinen Grund, sich zurückzulehnen. Es braucht nur ein paar schöne Tage und dann fliegt der Borkenkäfer wieder.“ Er habe heuer bereits befallene Bäume gefunden, diese geschlagen und entfernt. Während die erste Fuhre auf dem Weg in den Handel oder zu den Sägewerken ist, läuft er die Wälder schon wieder ab und sieht sich die Bäume an. „Ich rechne mit viel Käferbefall“, lautet seine Prognose für das laufende Jahr.

Wilhelm Seerieder, Betriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten, meint, der Befall könnte geringer ausfallen als im vergangenen Jahr – sofern der Sommer nicht mit einer Hitzewelle aufwartet. In den vergangenen zwei Jahren hätten die Waldbesitzer den Käfer sehr intensiv bekämpft. „Aber wir starten auf einem sehr hohen Niveau.“ Ihn besorgt, dass die Witterung dem Borkenkäfer derzeit in die Hände spielt. „Er ist definitiv da, aber wir finden ihn nicht“, sagt Seerieder. Der Borkenkäfer bohre fleißig Bäume an. Sein kaffeebraunes Bohrmehl ist sonst sein Erkennungszeichen. Die derzeit regelmäßigen Schauer waschen es jedoch wieder weg. Damit sei er nicht aufzuspüren. „Das ist besorgniserregend“, findet Seerieder.

Florian Mergler, zuständig für den Privatwald und den der Bayerischen Staatsforsten in Gauting und Krailling, erklärt die Brisanz: „In einer einzigen vom Buchdrucker befallenen Fichte können sich bis zu 20 000 Jungkäfer entwickeln, die wieder rund 20 Fichten neu befallen können. Daher ist die rechtzeitige Bekämpfung bei jedem befallenen Einzelbaum von hoher Wichtigkeit.“ Für den Kreuzlinger und Königswieser Forst stehen zehn Mitarbeiter der Staatsforsten bereit, die komplette Fläche innerhalb von zwei bis drei Tagen abzusuchen. „Wir könnten sofort starten“, sagt er. Aber dazu müsste es trocken sein. Ein Wunsch, den Waldbesitzer nicht oft hegen. „Alle 14 Tage Regen wäre gut“, ist Seerieders Idealvorstellung.

Schulung

Waldbesitzern aus Gauting und Krailling bietet Florian Mergler am Mittwoch, 17. Mai, ab 18 Uhr eine Schulung im Gautinger Gemeindewald in Buchendorf an. Dabei lernen sie, Käferbefall zu erkennen. Anmeldung unter Telefon 0172/863 14 26.

Victoria Strachwitz

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