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„Wasser marsch!“: Bürgermeister Heinrich Hofmann nahm gestern den Karl-Valentin-Brunnen am Planegger Marktplatz in Betrieb und wusch symbolisch den Geldbeutel aus, auf dass der Gemeindesäckel sich fülle. 

Start in die Brunnensaison

Bürgermeister setzt Karl Valentin unter Wasser

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Würmtal - Mit dem Frühjahr beginnt auch die Brunnensaison wieder. Die mehr als 20 Würmtaler Brunnen werden zur Zeit in Betrieb genommen. Die Gemeinden überprüfen sie bis zu einmal die Woche – was teils hohe Kosten verursacht

Die Brunnen sprudeln wieder. In Erinnerung an Karl Valentin, der den Traumjob „Spritzbrunnen-Aufdreher“ in einem Kabarettstück verewigt hat, nahm Bürgermeister Heinrich Hofmann am Donnerstag persönlich den Valentin-Brunnen am Marktplatz in Betrieb. So wie in Planegg heißt es in diesen Wochen auch in den anderen Würmtal-Gemeinden „Wasser marsch!“.

Die Gemeinde Krailling macht ihre vier Brunnen am Rathaus, an der Luitpoldstraße, in Frohnloh und im Gewerbegebiet KIM je nach Witterung im März und April startklar. Die Gemeinde Gräfelfing lässt ihre fünf Brunnen (Lochhamer Straße, vor dem Bürgerhaus, am Kreisel beim Bürgerhaus, am Eichendorffplatz und an der Jugendmusikschule) ab Anfang Mai laufen – „nach der Freinacht“, sagt Rathaus-Sprecherin Sabine Strack.

Nach der Inbetriebnahme kümmern sich die Gemeinden unterschiedlich intensiv um die Anlagen. In Planegg überprüfen die Mitarbeiter des Betriebshofes die fünf Brunnen, davon zwei im Planegger Friedhof, täglich auf die Sauberkeit und kontrollieren, ob sie nach wie vor einwandfrei funktionieren. Je nach Zustand erfolgt eine „technische Wartung der Pumpen und ein Wasserwechsel nach Bedarf“, sagt Gemeinde-Sprecherin Bärbel Zeller. Der „Schmunzelbrunnen“ in der Bahnhofstraße, der Zierbrunnen in der Rudolfstraße und der Karl-Valentin-Brunnen am Marktplatz verbrauchen zusammen 100 m³ Wasser im Jahr. Mit den Kosten „für Personal, Fahrzeug, Reinigung, Kontrollen, Wartung sowie Reparaturmaterial“ ergeben sich Ausgaben von rund 30 000 Euro jährlich, sagt Zeller.

In Neuried verbraucht der Springbrunnen am Mühlweg 27 m³, der an der Wirtsbauernstraße – inklusive einer Handpumpe am Spielplatz Häusermartlweg – 181 m³ Wasser im Jahr. „Die Nachspeisung erfolgt aus dem öffentlichen Trinkwassernetz und auf natürliche Weise, wenn es regnet“, sagt Bauamt-Mitarbeiter Matthias Breuer. Zusammen mit der Handpumpe am Spielplatz Ettaler Straße ergaben sich im Vorjahr Kosten von 3700 Euro. Diese sind aber stark witterungsabhängig. Im jeden zweiten Jahr, wenn die Bauhof-Mitarbeiter eine Grundreinigung machen, können sich die Kosten verdoppeln. Dazu kommen jährlich Reparaturausgaben von 1000 Euro. Die Neurieder überprüfen die Springbrunnen monatlich. „Müll wird entsorgt, die Wasserausläufe kontrolliert und eventuell der Wasserdurchlauf nachreguliert“, sagt Breuer.

In Krailling reinigt der Bauhof die Brunnen nach Bedarf, „eine weitere Wartung ist nicht vorgesehen“, sagt Gemeinde-Sprecher Alexander Broschell. Der Brunnen am Rathaus und der Luitpoldbrunnen werden mit Umwälzpumpen betrieben, was laufende Kosten für Strom und Wasser gering halte. Auch die Mitarbeiter der Gemeinde Gräfelfing und private Dienstleister warten ihre Brunnen nur zum Beginn und zum Ende der Sommer-Saison. In Gauting müssen die Bauhof-Mitarbeiter vor allem den Brunnen im Schlosspark und die beiden in der Bahnhofstraße „regelmäßig durchpumpen und säubern“, sagt Gemeinde-Sprecherin Charlotte Rieboldt. Grund seien Verstopfungen unter anderem durch Abfall und Zigarettenstummel. Die Gautinger Bauhof-Mitarbeiter kontrollieren die Brunnen alle zwei bis drei Wochen. Alle Gemeinde-Brunnen werden im Oktober wieder stillgelegt – rechtzeitig, bevor der Frost kommt.

Die größten Brunnen sind in Gauting der Brunnen im Schlosspark mit fünf bis sechs Metern, in Krailling der Luitpoldbrunnen mit etwa 3,50 Metern Durchmesser. In Planegg ist der größte Brunnen der Valentin-Brunnen am Marktplatz mit circa 100 m2 Bachlauf und Brunnenbecken, in Gräfelfing der Brunnen an der Lochhamer Straße.

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