Würmtal-Zweckverband

Wasserversorgung ohne Kundenkontakt

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Die Mitarbeiter schützen und die Wasserversorgung sichern – das hat zurzeit Priorität beim Würmtal-Zweckverband. Der Zusammenschluss der Gemeinden Gräfelfing, Planegg, Krailling und Gauting zählt zur kritischen Infrastruktur.

Würmtal – Die Mitarbeiter des Würmtal-Zweckverbands haben bereits vor einigen Wochen damit aufgehört, in die Häuser zu gehen, um Zählerwechsel vorzunehmen. Kundenkontakt findet nicht mehr statt. „Und nicht erst mit Söder“, sagt Klaus Krüger, Geschäftsführer des Zweckverbandes, in Anspielung auf die seit Samstag gültige Ausgangsbeschränkung im Freistaat.

Abläufe neu gestaltet

Die Corona-Pandemie hat den Arbeitsalltag des Zweckverbandes verändert. „Es ist eine andere Situation“, so Krüger. Zwar herrsche normaler Betrieb, aber die Abläufe wurden neu gestaltet. „Wir haben versucht, das organisatorisch zu entzerren, Gruppen zu bilden, die sich nicht treffen.“ Und damit auch nicht das Coronavirus übertragen können. Die Anfangs- und Pausenzeiten seien nun nicht mehr für alle gleich.

50 Mitarbeiter hat der Zweckverband laut Krüger in Verwaltung, technischem Bereich und draußen. Derzeit gebe es keinen Corona-Fall beziehungsweise Mitarbeiter, die als Kontaktpersonen zu Hause bleiben müssten. Doch Krüger weiß: „Je mehr Leute in Quarantäne sind, desto schwerer wird es, den Betrieb aufrechtzuerhalten.“ Und der muss garantiert werden, denn Wasserver- und Abwasserentsorgung sind elementar. Sie zählen unter dem Stichwort Wasser zu den neun Sektoren, die das Bundesinnenministerium als kritische Infrastrukturen ansieht, also wesentlich für das Wohlergehen der Bevölkerung. Andere Sektoren sind Energie, Ernährung oder Gesundheit.

Material für Reparaturen auf Vorrat

„In einer Situation wie jetzt merkt man, dass man die Einrichtungen der Daseinsvorsorge nicht aus dem Blick verlieren darf“, sagt Krüger. „Wir können den Kundenkontakt reduzieren, aber wir brauchen immer eine Notbesetzung, damit die Dinge funktionieren.“ Um das zu erreichen, würden weiter Wartungsarbeiten vorgenommen. Material für Reparaturen werde auf Vorrat bestellt. Während Lagerhaltung in Deutschland weitgehend abgebaut sei, so Krüger, habe der Zweckverband schon immer auf Vorrat angeschafft. „Wir versuchen jetzt, einen anderen Zeithorizont abzudecken. Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme für den Fall, dass die Firmen irgendwann nicht mehr erreichbar sind.“ Schließlich sei unklar, wie lange das Virus grassiere und welche Auswirkungen die Pandemie noch habe.

Abfluss in Pumpstation verstopft

Der benachbarte Abwasserverband Starnberger See wandte sich bereits mit einem Appell an die Bevölkerung, das Abwassersystem zu schonen. Er wies darauf hin, dass Arbeiten nur noch in Noteinsätzen durchgeführt würden und vermeidbare Störungen zu verhindern seien. In einer Pumpstation sei es bereits zur Verstopfung des Abflusses gekommen, weil aktuell vermehrt Feuchttücher in der Toilette landeten. Der Würmtal-Zweckverband blieb davon bisher verschont. „Das Problem mit den Feuchttüchern haben wir das ganze Jahr über“, sagt Krüger. „Aber es verstärkt sich, wenn man nicht die Mitarbeiter hat, um es zu beseitigen.“

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