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Die Kinder des Waldkindergartens Neuried sind bei jeden Wetter draußen, auch bei der aktuellen Kälte. Die Kleinen kommen bestens damit zurecht, die Erzieherinnen Dorothea Gröblehner (li.) und Carolin Müller (re.) versuchen sich warm zu halten.

Arbeit, Pannen und Spass bei strengem frost

Wie das Würmtal die Kälte meistert

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Eiseskälte herrscht im Würmtal. Autos versagen ihre Dienste, Heizungen fehlt es überraschend an Öl, und der ein oder andere bekommt freie Tage geschenkt.

Würmtal Die Folgen der Kälte könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Mitarbeiter von Matthias Gum-Bauer aus Planegg sitzen jetzt gemütlich zu Hause und sammeln Kraft für Zeiten, in denen es wärmer ist. Derweil leisten andere Würmtaler Überstunden. „Wir arbeiten zur Zeit nicht draußen, weil das nicht möglich ist“, sagt der Bauunternehmer Gum-Bauer. Vergangene Woche schickte er drei Mitarbeiter nach Hause; diese Woche sind es alle acht. „Das sind keine Urlaubstage. Zwischen Dezember und März können die Arbeiter Zuhause bleiben und bekommen 70 Prozent des Lohns“, erklärt er.

Bei Bauer Heizöl aus Neuried hat hingegen keiner Zeit, die Füße hochzulegen. „Bei uns geht’s ab“, sagt Sabine Pirk. Allein gestern hätten 20 Menschen angerufen, denen das Heizöl ausgegangen sei. Diese Tanks hatten spontan gefüllt werden müssen. Pirk nimmt es mit Humor: „Irgendwie kommt der Winter jedes Jahr überraschend.“ Gerne hätten die Kunden ihren Tank binnen einer Stunde aufgefüllt. Immerhin: Eine Lieferung am selben Tag sei machbar.

Ebenfalls im Würmtal auf Achse ist dieser Tage der Gelbe Engel vom ADAC Pascal Freyer: „Eigentlich kommen wir kaum hinterher.“ Zahlreiche Autobatterien machten bei der Kälte nicht mehr mit. Außerdem riefen viele Besitzer von Dieselmotoren um Hilfe. „Ich habe heute schon zwei Stunden früher angefangen zu arbeiten und gestern länger gemacht.“ Für sich hat der Gelbe Engel noch kein Rezept gegen die Kälte gefunden. Er trage Thermounterwäsche, eine Winterjacke und -hose. Die Heizung seines Autos laufe permanent. Aber seine Hände litten.

Auch den Erzieherinnen des Neurieder Wald-Kreativ-Kindergartens schmerzen die Hände, wenn sie ihre Handschuhe ausziehen müssen, um ihren Schützlingen zu helfen. Die Kinder hätten zwar die Gelegenheit, sich in Hütte oder Bauwagen aufzuwärmen, aber nur wenige nutzten diese. „Die Kinder wollen eher raus“, sagt Erzieherin Carolin Müller. „Das einzige, was man da machen kann, ist, sich warm anziehen.“ Einige Kinder gehen einen bequemeren Weg: „Wenn es drei Tage lang morgens -15 Grad hat, machen manche Eltern mit ihren Kindern einen Kuscheltag.“ So seien gestern von 13 Kindern in ihrer Gruppe nur sechs erschienen – wobei drei wegen Krankheit fehlten. Müller steht mit den Hartgesottenen am Rodelhang, macht Gymnastik und hüpft auf der Stelle, um der Kälte trotzen zu können wie die Kleinen.

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