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Von Wildschweinen durchpflügte Wiese in Martinsried: „Das ist alles vom Menschen gemacht.“

Rotte im Ortsgebiet

Wildschwein-Revier Würmtal

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Die Wildschweine sind los. In Martinsried graben sie den Parc de Meylan um, auf dem Max-Planck-Gelände haben sie Spuren hinterlassen. Und das könnte erst der Anfang sein.

Würmtal Wildschweine sorgen in Martinsried für Aufruhr. Im Planegger Rathaus gehen Anrufe ein, der Revierjäger wurde zu Rate gezogen, und die Vorsitzende der Grünen, Judith Grimme, ist alarmiert. Die Tiere haben die Wiesen im Parc de Meylan und auf dem Max-Planck-Gelände stellenweise umgepflügt.

Judith Grimme appelliert an die Martinsrieder, keine Nahrung herumliegen zu lassen und Komposthaufen zu schützen. Im Park spielten schließlich Kinder. „Man muss davor warnen, den Tieren Futter hinzulegen. Das sollte nicht das Wildschweinparadies werden.“

Der für das Gebiet zuständige Jäger Thomas Prell ist über die Tiere im Ort nicht verwundert. „Die Wildschweine sind da, und sie sind nicht mehr wegzudenken.“ Er prophezeit: „Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass wir Berliner Verhältnisse bekommen.“ Bald schon könnten die Tiere in den Gärten zu finden sein, wenn der Mensch nicht handle. Denn der sei Schuld an der Misere. Hegeringleiter Prell nennt drei Gründe, die die Wildschweine aus dem Wald treiben; Essensreste gehören nicht dazu. Klimawandel, intensive Landwirtschaft sowie unvernünftige Menschen und deren Hunde seien die Ursachen.

Thomas Prell erklärt: „Bei uns ist es wärmer geworden.“ Früher sei es im Winter oftmals so kalt gewesen, dass Wildschweine erfroren. „Das war eine natürliche Auslese. Auch der gedeckte Tisch war früher nicht gegeben.“ Heute werde auf den Feldern nach einer Ernte gleich wieder angebaut. Vor allem Mais, als Futter und für Biogasanlagen, sei bei Landwirten sehr beliebt. Das trifft sich gut. „Mais ist eine Leibspeise der Wildschweine.“

Zusätzlich zum Kraftfutter bräuchten die Tiere noch Eiweiß, und dieses fänden sie besonders leicht in gepflegten Wiesen mit lockerem Boden. Der Park in Martinsried bietet optimale Bedingungen, um Würmer und Mäuse aufzustöbern. Freilich könnten die Schweine auch im Waldboden fündig werden, aber: „Durch freilaufende Hunde werden die Wildschweine aus dem Wald gejagt.“ Auch die Jogger, die in der Dunkelheit mit Stirnlampen quer durch den Wald liefen, brächten Unruhe.

Thomas Prell appelliert an Hundebesitzer, ihre Tiere im Wald an die Leine zu nehmen, und an die Menschen, im Wald auf den Wegen zu bleiben. Selbstverständlich ist für ihn: „In der Nacht gehört der Wald der Natur.“ Wildschweine verließen den Wald nur in der Not. „Es gibt auch vernünftige Leute“, sagt Prell. Aber die, die ihre Hunde frei laufen ließen, gehörten nicht dazu. Dem Hund tue der Besitzer damit auch keinen Gefallen. „Wenn ein Hund an einen Keiler gerät, überlebt er das nicht.“ Und auch eine Bache könne böse beißen. Außerdem helfen die freilaufenden Hunde und querfeldein wandernden Spaziergänger dem Jäger nicht – im Gegenteil. „Wir werden gestört“, sagt Prell. Und so verschärft sich das Problem. Er hat nur eine Lösung: „Wir müssen vernünftig sein, dann können wir es minimieren. Das ist alles vom Menschen gemacht“.

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