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Startbereit für den Winterdienst: Der Kraillinger Betriebshofleiter Thomas Blessing und seine Kollegen haben das Geräte und Lager vorbereitet.

Volle Salz- und Splitt-Lager im Würmtal

Der Winter kann kommen

Würmtal - Die Winterdienste im Würmtal sind bereit: Der Winter kann kommen. Privatleute können sich auf Kosten der Gemeinde mit Splitt eindecken – sofern ihnen die Hausmeisterdienste nicht zuvorkommen.

Gut gefüllt sind die Lager der Gemeinden im Würmtal noch vom vergangenen Jahr. Der zurückliegende Winter hat nicht gehalten, was er versprochen hat. „Letztes Jahr war nicht viel los“, sagt Kraillings Bauhofleiter Thomas Blessing. Die 82 Bauhofmitarbeiter, die sich im Würmtal um den Winterdienst kümmern, sind also gewappnet.

Einige Gemeinden haben zusätzlich Trockensalz oder Splitt zugekauft, um die Lager noch voller zu machen. Gauting habe den Frühbezieher-Rabatt genutzt, erklärt die Sprecherin der Gemeinde, Ricarda Polz. „Wir machen die Lager schon im Sommer voll“, sagt sie. Die meisten Kommunen im Würmtal sind vorsichtig, was ihre Vorräte betrifft. Vor einigen Jahren sei der Winter einmal so extrem gewesen, da habe man dann kein Salz mehr bekommen. „Darum gehen wir auf die sichere Seite“, sagt Manfred Wolf, der Betriebshofleiter der Gemeinde Planegg.

In Neuried ist Bauhofleiter Bernd Schneider hingegen entspannt. Die Silos für Salz und Splitt seien halbvoll. Er sagt: „Wir nehmen erst mal das Alte raus.“ Üblicherweise müssten die Silos dann einmal pro Winter aufgefüllt werden.

In Ermangelung eines frühen Wintereinbruchs waren die Winterdienste heuer bislang mit Vorbereitungsarbeiten beschäftigt. So wurden beispielsweise die Splittkisten in den Gemeinden befüllt. Diese sind für Privatleute gedacht, doch nicht überall werden sie auch von diesen genützt. Helmut Degen, Gräfelfings Baubetriebshofleiter, stellte bereits überrascht fest: „Der Winter ist noch nicht einmal da, und die ersten Kisten sind schon leer.“ So habe er einige Bürgerkisten, wie sie in Gräfelfing heißen, bereits nachgefüllt.

Auch in Planegg stehen die rund 30 Kisten schon draußen; bis jetzt hätten sich da noch nicht viele Menschen bedient, sagt Wolf. Aber der Service für die Bürger „wird gut angenommen“, weiß er.

Neuried hat ebenfalls rund 35 Kisten. Und dort klagt Bauhofleiter Matthias Breuer: „Meistens machen uns die Hausmeisterdienste die Kisten leer.“ Dabei seien sie nur für Privatleute gedacht. „Wir haben einen Zettel drauf geklebt, aber das hilft nichts“, sagt er. Nach dem Motto, „wenn es dunkel ist, dann sieht es keiner“, deckten sich Hausmeisterdienste mit kommunalem Splitt ein.

Kraillings Bauhofleiter Blessing ist das Problem ebenfalls bekannt, aber er hat bereits eine Lösung gefunden. „Wir stellen den gewerblichen Betrieben nicht den Splitt zur Verfügung“, sagt er. „Wir haben mit den Gewerbetreibenden geredet.“ Seitdem halte sich die Fremdnutzung in Krailling in Grenzen.

Gautings 35 Kisten würden wiederum eher weniger von Privatleuten beansprucht, bestätigt Sprecherin Polz. „Der Verdacht liegt nahe, dass sie von Hausmeisterdiensten genutzt werden“. Doch dies in vertretbaren Maßen. „Wir müssen uns noch keine Reglementierung überlegen“, sagt sie. Und sie hat einen Tipp für Gautings Privatleute, sollten die Kisten einmal leer sein: „Man kann auch am Bauhof Splitt holen.“

Victoria Strachwitz

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