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Mitglieder der Solidarischen Imkerei Würmtal (Solim) bei der Arbeit an den Stöcken im Sommer 2016.

„Solidarische Imkerei Würmtal“

Wo Bienen wichtiger sind als Honig

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Die Bienen haben es nicht leicht. Die „Solidarische Imkerei Würmtal“ will ihnen helfen. Dafür sucht sie jetzt Menschen, die das Imkern lernen wollen.

WürmtalDas Imkern zu lernen, ist keine leichte Aufgabe. Karl Heinz Jobst weiß das genau. Seit drei Jahren schaut er einem befreundeten Imker über die Schulter. „Jetzt bin ich bald soweit, dass ich das alleine kann“, sagt er. Man merkt ihm an, was für eine Freude ihm die Arbeit mit den Bienen macht. Und diese Freude ist ansteckend.

Das Gautinger Umweltzentrum Öko & Fair hat ein Projekt namens Solidarische Imkerei Würmtal (Solim) ins Leben gerufen. Karl Heinz Jobst zeichnet dafür verantwortlich. Er hat sich zum Ziel gesetzt, den Bienen zu helfen. Er will möglichst viele Menschen für die Imkerei begeistern und sie befähigen, selbst Bienen zu halten. Dazu gehört nicht nur, den Menschen das Einmaleins der Imkerei beizubringen. Um den Tieren Hilfestellung zu geben, will Jobst unter anderem auch vermitteln, wie ein Bienengarten anzulegen ist. Einen solchen gibt es beispielsweise im Umweltzentrum. „Und die Bienen danken uns das massiv“, sagt Jobst.

Im vergangenen Jahr konnte er elf Menschen dafür gewinnen, sich der Solidarität anzuschließen. Drei bis vier werden jetzt in die Unabhängigkeit entlassen und mit eigenen Bienenvölkern als Imker tätig. Warum sie schneller sind als Jobst? „Da waren ein paar dabei, die waren von ihrer Geburt her vorbelastet“, sagt er lachend. Da hätten schon die Eltern geimkert. Denen sei es mehr darum gegangen, sich mit der Demeter-Imkerei vertraut zu machen, sagt Jobst. „Bei der Demeter-Imkerei wird mehr Wert auf die Bienen gelegt, als auf den Honig“, erklärt er. Und das ist auch die Philosophie der Solim.

Das Gute an den Schnelllernern: Die Solidarische Imkerei kann für 2018 wieder Ausbildungsplätze anbieten. Bienenfreunde und Honig-liebhaber, die ihre Neugierde stillen und den Bienen auf die Sprünge helfen wollen, sollten sich ein Wochenende im Januar freihalten. Am Samstag und Sonntag, 27. und 28. Januar, startet das Bienenprojekt nämlich zum dritten Mal mit einem eineinhalbtägigen Seminar für Imker-Anfänger in ein neues Bienenjahr. Teilnehmer können anschließend der Solidarischen Imkerei beitreten, um das Jahr über weiter Praxiserfahrung bei versierten Imkern zu sammeln – müssen aber nicht.

Im Frühjahr verfügt die Solim wohl auch wieder über fünf Bienenvölker, wie zu ihren Anfangszeiten vor zwei Jahren. Der letzte Winter hat ihren Bienen arg zugesetzt. Drei Völker haben ihn nicht überlebt. „Letztes Jahr war eine Katastrophe.“ Das merkte man dann auch an der Ernte, die sich die Mitglieder der Solim teilen. „Wir hatten heuer nur Honig von zwei Völkern.“ Jedes Mitglied habe nur drei Kilogramm Honig nach Hause gebracht. „Das ist nur ein Fünftel dessen, was wir im Vorjahr hatten.“ Jobst hofft also, dass dieser Winter den Bienen nicht so zusetzt, wie der zurückliegende.

Wer zwar den Honig liebt, aber Angst vor dem spitzen Stachel der Bienen hat: Diese sei unbegründet. „Unsere Bienen sind sehr brav“, sagt Jobst. Auch wenn es vor Ort ausreichend Anzüge für die angehenden Imker gebe, ziehe er selbst inzwischen keinen mehr an. „Im Sommer sind die fürchterlich heiß“, erklärt er.

Die Kosten für das Seminar im Januar betragen 90 Euro pro Person. „Man lernt wirklich sehr viel“, sagt Jobst. Und er muss es wissen, immerhin nimmt er bereits zum dritten Mal teil. Wer anschließend zur Solidarischen Imkerei Würmtal dazu stoßen will, hat mit höheren Ausgaben zu rechnen. Die Personalkosten der Solim in Höhe von 1000 bis 2000 Euro teilen sich die rund zehn Mitglieder.

Weitere Informationen und die Möglichkeit, sich für das Imker-Grundlagenseminar anzumelden, gibt es im Internet unter www.imkerei.oeko-und-fair.de und unter Telefon 89 31 10 54.

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