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Kartoffeln aus erster Hand: Rudolf Heidrich und sein Laden in Frohnloh sind im Portal „Regionales Bayern“ gelistet.

Regionale Vermarktung

Bauern von nebenan im Netz

Regionale Produkte liegen im Trend. Seit Kurzem gibt es eine Online-Plattform, auf der sich Erzeuger aus dem Würmtal und der Umgebung schnell finden lassen. Das soll die Wirtschaft vor Ort stärken und Treibhausgase reduzieren.

Würmtal – Regionale Produkte liegen im Trend. Viele Menschen wollen ihr Fleisch und Gemüse lieber beim Bauern aus dem Nachbardorf kaufen als im Supermarkt, wo im Ausland produzierte Waren in den Regalen liegen. Doch wo ist welches Produkt zu bekommen?

Das neue Online-Portal „Regionales Bayern“ hilft nun bei der Suche. Einfach auf der Internetseite www.regionales-bayern.de das gewünschte Produkt eingeben, dazu den eigenen Wohnort und den Radius, in dem man suchen möchte – schon erhält man eine Liste mit Bauern, die das haben, was man gerade braucht. Wer etwa in Planegg wohnt und Eier oder Kartoffeln sucht, erfährt, dass der nächstgelegene Erzeugerbetrieb mit Direktverkauf der Hof von Rudolf Heidrich in Frohnloh ist. Interessierte finden auch weitere Möglichkeiten, Lebensmittel vor Ort zu kaufen, etwa Bauernmärkte. Auch erfährt man, wo man selbst Weihnachtsbäume schlagen kann oder welche Restaurants mit regionalen Zutaten kochen.

Derzeit sind auf dem Portal 27 Ab-Hof-Verkäufer, Bauernmärkte oder Gasthöfe aus dem Landkreis München mit Adresse und angebotenen Produkten gelistet, zwölf aus dem Landkreis Starnberg. Jeder kann sich kostenlos eintragen lassen und seine Produkte präsentieren.

Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) pflegt das Regionalportal im Auftrag des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums. Der Landkreis München unterstützt das Portal als Teil seiner Kampagne „regional – fair – bio“, die der Kreistag im vergangenen September beschlossen hat. Sie soll die Vermarktung regionaler, biologischer und fair gehandelter Produkte unterstützen, zu einer klimafreundlichen Ernährung beitragen und die Landwirtschaft vor Ort stärken.

Evelyn Reisner betreut das Projekt für das Landratsamt München. Sie sagt, regionale Kreisläufe würden Kaufkraft vor Ort erhalten, die Wertschöpfung beim Erzeuger stärken und Arbeitsplätze sichern. „Wer nebenan einkauft, leistet einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in der Region.“ Für Reisner ist aber Klimaschutz ein wichtiger Punkt, wenn es um Regionalität geht.

Laut dem Bundesumweltministerium verbraucht jeder Deutsche durchschnittlich 500 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr (ohne Getränke) und verursacht dadurch auch Treibhausgase. Insgesamt stößt der private Konsum (mitsamt Produktion der Lebensmittel) so viele Emissionen aus wie die Mobilität in Deutschland.

Der Landkreis München hat sich mit seiner Initiative „29++“ das Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen bis 2030 auf rund sechs Tonnen pro Kopf zu halbieren. Reisner sieht dafür Verbesserungspotenzial beim Thema Lebensmittel. Sie meint, dass das neue Regionalportal einen Anreiz schaffe, Verhaltensmuster kritisch zu hinterfragen. „Da gewinnt nicht nur der Einzelne, sondern der ganze Landkreis.“

Von Thomas Radlmaier
und Stefan Reich

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