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Im vergangenen Jahr die Rettung: Romy I. und Julian I. (vorne) gaben im Fasching 2016/17 das Kinderprinzenpaar der Würmesia. Heuer steht kein Nachwuchs zur Verfügung.  

Interessenten abgesprungen

Würmesia droht Fasching ohne Prinzenpaar

Nicht mehr lange, dann beginnt die närrische Zeit. Das setzt die Faschingsgesellschaft Würmesia unter Druck: Sie hat noch kein Prinzenpaar – nicht einmal ein Kinderprinzenpaar.

Würmtal – „Es schaut gut aus“, hat Ehrenpräsident Herman Breitenberger noch vor zehn Tagen gesagt. Doch jetzt ist es wie schon so oft: Der Fasching steht vor der Tür, und die Faschingsgesellschaft Würmesia weiß noch nicht, ob sie zum Startschuss der fünften Jahreszeit am 11. November um 11.11 Uhr ein Prinzenpaar präsentieren kann. Im vergangenen Jahr war das Kinderprinzenpaar die Rettung. Dieses jedoch gebe es heuer definitiv nicht. Die Kinder- und Jugendgarde habe zwar Nachwuchs bekommen, aber der müsse erst entsprechend aufgebaut werden, erklärt Würmesia-Präsidentin Tanja Wissel.

Damit gibt es ein Problem: Die närrische Zeit ist gefüllt mit Ritualen. Die Inthronisation des Prinzenpaares und die Beerdigung des Prinzen sind zwei wesentliche Eckpunkte des Veranstaltungskalenders. Wer springt da ein, wenn es weder Prinzen- noch Kinderprinzenpaar gibt?

Wissel weicht diesem Gedanken aus. „Wir sind wie immer sehr hoffnungsvoll auf der Suche.“ Sie geht davon aus, heuer wieder ein Prinzenpaar zu finden, der Ausreißer vom vergangenen Jahr soll sich nicht wiederholen. Aber sie hat auch schon Rückschläge erleiden müssen. Sie habe bereits Interessenten gehabt, die dann doch vor der kraftzehrenden Aufgabe zurückgeschreckt seien, erzählt sie. Letztendlich werde man am 11. November sehen, ob die Suche erfolgreich gewesen sei, sagt sie.

Insgesamt mangelt es der Faschingsgesellschaft derzeit nicht an Protagonisten. „Wir sind dieses Jahr ganz viele Aktive“, sagt Wissel. Der Großteil der Jugend sei in die Große Garde gewechselt, weil die Altersgrenze von 16 Jahre überschritten worden sei. So seien die Prinzengarde und das Männerballett gut ausgestattet. Die Veranstaltungen der Würmesia würden damit auch in diesem Fasching stattfinden. „Wenn die Show toll ist, ist das auch so in Ordnung“, meint Wissel. Die Veranstaltung, die traditionell am 11. November um 11.11 Uhr auf dem Münchner Marienplatz den Beginn des Faschings markiert, werde ebenfalls nicht abgesagt – ob mit oder ohne Prinzenpaar. „Fasching bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass es ein Prinzenpaar gibt – auch wenn das natürlich die Krönung ist“, sagt Wissel.

Die Würmesia-Präsidentin ist ohnehin überzeugt, das noch alles gut wird. „Ich gehe fest davon aus, dass wir ein Prinzenpaar präsentieren können.“ Ein kleiner Trost ist ihr, dass andere Faschingsgesellschaften mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen hätten. Wissel: „Es ist für alle nicht so einfach, jemand zu finden.“

Victoria Strachwitz

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