Neue Datenschutz-Grundverordnung der EU

Würmtal-Gemeinden unter Zeitdruck

  • schließen

Die neue Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union gilt ab 25. Mai. Die Gemeinden im Würmtal arbeiten mit Hochdruck daran, ihr zu entsprechen. Fristgerecht werden sie es nicht schaffen – obwohl sie zwei Jahre Zeit hatten.

Würmtal – Nicht mehr benötigte Daten müssen gelöscht, andere gut gesichert werden: Auf den letzten Drücker beschäftigen sich die Gemeinden mit der Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union. Diese verpflichtet sie, personenbezogene Daten besser zu schützen. Bereits vor zwei Jahren trat die Verordnung in Kraft. Die Übergangszeit läuft jetzt aus. Ab 25. Mai ist die Verordnung anzuwenden.

Doch das schaut in den Rathäusern im Würmtal schlecht aus. „Am 25. Mai werden wir keine Eins mit Stern bekommen“, gibt der Geschäftsleiter der Gemeinde Gräfelfing, Ulrich Seyfferth, zu. Sein Planegger Kollege Stefan Schaudig erklärt: „Wir werden zum 25. Mai kein fertiges Konzept haben.“ Für Neuried sagt die Sprecherin der Gemeinde, Inke Franzen: „Unsere Homepage erfüllt die Anforderung, sie ist jetzt verschlüsselt.“ Auch seien alle Mitarbeiter informiert. Doch der externe Dienstleister, der dabei helfe, die EDV umzustellen, fange erst im Mai an. „Wir werden es wohl nicht bis 25. Mai schaffen.“

Für Krailling versichert Geschäftsleiter Franz Wolfrum: „Wir sind ganz hart am Thema dran.“ Er meint, dass die Verwaltung bis zum Inkrafttreten der Verordnung einiges umsetzen könne. Bei personenbezogenen Daten fällt einem zuerst das Einwohnermeldeamt ein. Doch bei der Umsetzung der neuen Verordnung hat dieses wohl das kleinste Problem. „Da werden standardisierte Verfahren verwendet“, erklärt Schaudig. Für die Sicherheit der verwendeten Software hafte der Hersteller. „Es sind eher die Bereiche, wo man ohne Fachsoftware arbeitet.“ Damit meint er auch Bereiche, in denen Unterlagen händisch in Ordnern abgelegt werden. Sämtliche Daten müssten künftig geschützt werden. „Es ist sehr umfangreich. Man muss einiges tun“, erklärt Seyfferth. Wer sein Kind für den Kindergarten anmeldet, wird nun darauf hingewiesen, dass seine Daten zum Zwecke der Abrechnung gespeichert werden. Was Baugenehmigungsverfahren betreffe, müsse eine Gemeinde künftig dokumentieren, wer Daten übermittelt bekomme, beispielsweise das Wasserwirtschaftsamt oder die Untere Naturschutzbehörde.

„Jetzt muss jeder einzelne Arbeitsvorgang dargestellt und kritisch hinterfragt werden“, so Schaudig. In Planegg sei die Verwaltung daher noch mit der Bestandsaufnahme beschäftigt. Die Gemeinden im Würmtal haben erst Anfang des Jahres mit der Arbeit begonnen. Einen Grund nennt Schaudig: „Richtige Leitfäden gibt es noch nicht.“ Ein anderer sei, dass die wenigsten der Verordnung der EU Aufmerksamkeit geschenkt hätten. „Viele sind ziemlich überrascht“, weiß auch Ulrich Seyfferth. Für Verstöße hat die EU jedoch hohe Bußgeldstrafen vorgesehen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mit 1,6 Promille Feuer gelegt
Nach einem Ehestreit griff eine Kraillingerin erst zur Flasche, dann zum Streichholz. Zweimal legte sie Feuer. Jetzt stand sie deshalb vor dem Kadi.
Mit 1,6 Promille Feuer gelegt
Ein letzter Blick auf Hettlage
Jahrelang stand das ehemalige Hettlage-Gebäude in Neuried leer. Nun ist davon fast nichts mehr übrig.
Ein letzter Blick auf Hettlage
Planegger feiern Diamant-Hochzeit: Die rührende Geschichte einer 60-jährigen Ehe
Die halbe Welt hat vor einigen Tagen die Hochzeit des Jahres in England verfolgt. Auch Rosemarie Daschner. Sie hat dabei an ihre eigene Hochzeit gedacht. Als sie ihrem …
Planegger feiern Diamant-Hochzeit: Die rührende Geschichte einer 60-jährigen Ehe
Abbrucharbeiten beginnen am 28. Mai
Seit dem Jahreswechsel steht der Gasthof zur Eiche am Planegger S-Bahnhof leer. Am Montag, 28. Mai, beginnen nun die Abbrucharbeiten.
Abbrucharbeiten beginnen am 28. Mai

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.