Rund drei Wochen nach Wiedereröffnung sind Würmtal Läden mit Kundenfrequenzen und Umsätzen zufrieden. Die Geschäfte laufen im Prinzip so wie vor dem Shutdown –der aber doch ein Minus beschert hat.
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Auf seiner Informationstour durch Martinsried kam Planeggs Bürgermeister Hermann Nafziger (l.) auch im Café Vorort von Josef Hrasky vorbei. Einbußen von rund 70 Prozent beklagt man dort.

Drei Wochen nach Wiedereröffnung

Die Geschäfte laufen gut an

  • Peter Seybold
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Rund drei Wochen nach Wiedereröffnung sind Würmtal Läden mit Kundenfrequenzen und Umsätzen zufrieden. Die Geschäfte laufen im Prinzip so wie vor dem Shutdown –der aber doch ein Minus beschert hat.

Würmtal – „Bei uns läuft es ganz toll. Einige Kunden, die offensichtlich die lokalen Geschäfte wiederentdeckt haben, konnten wir sogar neu hinzugewinnen“, sagt Florian Rügemer von der Gräfelfinger Buchhandlung Kohler. Besonders Belletristik und Lernhilfen gingen gut, aber auch Reiseführer und Wanderkarten innerhalb Deutschlands. „Man merkt, dass die Leute nach wie vor mehr Zeit haben als sonst zum Lesen und dass viele Homeschooling machen“, sagt Rügemer.Die gut zwei Monate Schließungszeit „brachten zwar schon ein Minus, aber nicht ein so großes wie wir gedacht hatten“, berichtet Rügemer. Viele Würmtaler nutzten den Lieferservice der Buchhandlung, deren Mitarbeiter in Kurzarbeit waren. Auch jetzt bieten die Gräfelfinger weiterhin einen Lieferdienst für Bürger an, die zum Beispiel zur Corona-Risikogruppe gehören.

Masken zum Selbstkostenpreis

„Ganz gut angegangen“ ist auch das Geschäft in der Planegger Dorfgalerie, erzählt Inhaberin Edith Sassen. Der Laden laufe im Prinzip so wie vor Beginn der Corona-Krise. „Die Kunden freuen sich, dass sie wieder bei uns stöbern und ratschen können.“ Neben Masken, die die Dorfgalerie zum Selbstkostenpreis verkauft, gehen gemäß der Jahreszeit Sommerkleider gut. Die coronabedingte Schließungszeit habe aber ein Minus von 75 Prozent gebracht. „Wir haben einiges über unseren kleinen Online-Shop verkauft, wo wir auch angeboten haben, eine Auswahl zu liefern. Trotzdem ist natürlich ein großes Loch in der Kasse“, sagt Sassen. Die Frühjahrs- und Sommerkollektion sind mangels Umsätzen noch nicht bezahlt. Die Lieferanten waren nicht dazu zu bewegen, Lieferungen zu verschieben. Sassen versucht daher, den Verlust durch Rücklagen und ihre zweite Firma Joyvita auszugleichen, und bekam etwas staatliche Soforthilfe. „Doch natürlich war das alles andere als lustig. Das Oster-Geschäft fiel in die Schließungszeit, Messen sind ausgefallen. Einen zweiten Shutdown können wir nicht gebrauchen.“

Vor der Ladentür verkaufte der Kraillinger Spielwarenladen Kappler während der Schließungszeit. „Dass ist ganz gut gelaufen, auch jetzt sind wir mit dem Geschäft zufrieden“, sagt Inhaberin Waltraut Kappler. Es sei zu merken, dass die Kinder nach wie vor viel Zeit zu Hause verbringen müssen. „Spiele, Puzzles und andere Beschäftigungssachen gehen daher gut.“ Der Geschäftsfrau kommt zu Gute, dass sie als Eigentümerin des Ladens keine Miete zahlen muss. „Es war daher ein Minus da, aber nicht so ein großes.“ Die Abwicklung der Bestellungen während der Schließungszeit hätte viel Arbeit mit sich gebracht. „Nun halten sich aber alle Kunden an die Hygiene-Regeln. Wir haben ja auch eine Fläche über 200 Quadratmeter, sodass 20 Kunden rein dürften“, sagt Kappler.

Mehr Bücher, weniger Kleinkram

„Die Umsätze sind mehr als okay“, konstatiert Susanne Trenkle, Inhaberin des Planegger Kinder- und Jugendladens Phantasia. „Wir merken aber, dass weniger Kunden als sonst kommen. Die, die da sind, sind aber großzügiger und geben bewusst viel aus, um die lokalen Geschäfte zu unterstützen“, sagt Trenkle erfreut. Eine Reihe von Kunden konnte der Laden komplett neu hinzugewinnen. „Kleine Spielsachen und andere Kleinigkeiten sind fast komplett weggefallen, da solche Spontankäufe derzeit nicht gemacht werden. Der Buchanteil am Umsatz ist hingegen deutlich gestiegen“, berichtet Trenkle. Auch während der Schließungszeit konnte das Geschäft seine Umsätze bei rund 80 Prozent des Normalniveaus halten. Das Team hatte mehr als 2000 neue Artikel in seinen Online-Shop einpflegt und war stets vor Ort für Abholungen und Lieferungen. „Wir haben durch die Luftschächte mit den Kunden kommuniziert“, erinnert sich Trenkle schmunzelnd.

An die neuen Hygieneregeln würden sich viele halten, manche aber nicht. „Vor allem ältere Leute kommen doch ohne Maske rein oder ziehen sie ab und kommen nahe, um mit mir zu reden. Dabei bin ich bezüglich des Virus sehr vorsichtig. Eine Freundin von mir lag drei Wochen im Koma. Ich habe keine Lust, so krank zu werden“, sagt Trenkle.

Die aktuelle Entwicklung zum Coronavirus im Würmtal finden Sie hier.

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