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Gaben den Startschuss für das Projekt „Digitale Einkaufsregion Würmtal“: Michaela Pichlbauer (vorne, Mitte), E-Commerce-Spezialist Prof. Klaus Gutknecht (vorne re.) sowie die Würmtal-Bürgermeister (vorne v.li.) Brigitte Kössinger, Heinrich Hofmann, Karin Wolf, Uta Wüst und Harald Zipfel mit den Wirtschaftsförderern der Gemeinden, Vertretern der örtlichen Gewerbeverbände und Mitgliedern des Beraterteams der elaboratum GmbH.

Gemeinden geben Startschuss für Würmtal-Plattform im Internet

Erster Schritt zur digitalen Einkaufsmeile

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Die Kooperation der Würmtal-Gemeinden auf Wirtschaftsebene trägt Früchte. Sie bildet nun die Grundlage eines neuen Projektes, das die Chancen des lokalen Einzelhandels im Internet-Zeitalter verbessern will – unter fachlich hochkompetenter Begleitung.

Würmtal– Der mittelständische lokale Einzelhandel hat schwer zu kämpfen. Während die Kunden zunehmend im Internet einkaufen, müssen die Händler steigende Mieten aufbringen. Schaffen sie das nicht, droht die schleichende Verödung der Ortskerne, vor allem der Einkaufsmeilen etwa in Gräfelfing, Planegg und Gauting. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, bewarben sich diese drei Würmtal-Gemeinden sowie Krailling und Neuried um ein Projekt zur Unterstützung des mittelständischen Einzelhandels, das die Rid Stiftung ausgeschrieben hatte. Das Würmtal überzeugte mit vorhandener Struktur und Zielsetzung und bekam den Zuschlag. Am Montag unterzeichneten die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen sowie Stiftungsvorstand Michaela Pichlbauer die Coaching-Vereinbarung im Gräfelfinger Rathaus.Das in dieser Form erstmals von der Rid Stiftung unterstützte Projekt sieht die Gründung einer Internet-Plattform für den regionalen Handel, Gastronomie und Dienstleister vor. E-Commerce-Spezialist Prof. Klaus Gutknecht, dessen Unternehmensberatung elaboratum GmbH die fachliche Betreuung übernommen hat, verglich die praktischen Vorteile mit jenen der Einkaufsmeile: Es gelte, in hoher Kundenorientierung Angebote attraktiv zu bündeln und sichtbar zu machen. Dazu gehöre nicht nur ein entsprechender Internet-Auftritt, sondern auch seine offensive Vermarktung, um möglichst viel Kundenverkehr und damit den angestrebten Plattform-Effekt zu generieren, von dem schließlich alle Teilnehmer profitieren würden.

Der Gang ins Internet, zumal in so kompetenter und hoffentlich erfolgreicher Form, überfordert viele Mittelständler. Bürgermeisterin Brigitte Kössinger berichtete, dass einige Gautinger Einzelhändler den Schritt zum Online-Handel gewagt hätten, bei anderen sei die Skepsis noch groß. Diese gelte es zu überzeugen und mit Know-how zu fördern. Das soll unter anderem mit einem Schulungsprogramm zu einschlägigen Themen geschehen.

Am Struktur-Aufbau der „Digitalen Einkaufsregion Würmtal“, wie das Projekt heißt, sollen neben den Wirtschaftsförderern der Gemeinden und den örtlichen Gewerbeverbänden auch die Bürger in Form eines Lenkungskreises beteiligt werden, um ihre Wünsche und Bedürfnisse einzubinden.

Die Rid Stiftung übernimmt die Finanzierung des Coachings zunächst für ein Jahr. Kommt das Projekt nach ein bis zwei Jahren ins Rollen, soll es sich idealerweise selbst tragen – vor allem durch Monatsbeiträge der teilnehmenden Unternehmen, die bei 20 Euro starten könnten. Die Höhe der tatsächlichen Kosten, so Prof. Gutknecht auf Nachfrage, ergebe sich letztlich aus dem gewünschten Umfang des Projektes und daraus resultierendem Aufwand. Nicht ausgeschlossen, dass auch die Kommunen selbst eines Tages finanzielle Unterstützung leisten, über die logistische in Form der Wirtschaftsförderer hinaus. Gerechtfertigt sei das allemal, so Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst, allein schon unter dem städtebaulichen Aspekt, die Ortskerne lebendig zu halten. Schließlich, ergänzte Prof. Klaus Gutknecht mit einem naheliegenden Vergleich, würden die Kommunen es auch als ihre Aufgabe in Vergangenheit und Gegenwart ansehen, die herkömmlichen Handelsstraßen am Ort zu entwickeln.

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