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Alle Mitarbeiter hoch motiviert: Am gestrigen Mittwoch waren (v.li.) Elisabeth Schlert, Barbara Schubert und Karin Wolf bei der Gemüse-Ausgabe zugeteilt. 

Staatliche Unterstützung wird nicht benötigt

Würmtal-Tisch bleibt reich gedeckt

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Die Tafeln in Deutschland wollen staatliche Unterstützung. Der Würmtal-Tisch braucht diese nicht – bekäme sie aber auch nicht ohne Weiteres.

Würmtal– Im Würmtal gibt es nichts zu jammern. Während andere Tafeln in Bayern Hygienevorschriften beklagen und der Dachverband der Tafeln in Deutschland staatliche Zuschüsse fordert, sagt Joachim Schrader vom Evangelischen Diakonieverein Gräfelfing, Planegg, Krailling und Umgebung: „Der Würmtal-Tisch braucht keine Unterstützung.“ Er muss es wissen, er ist der Geschäftsführer des Trägers. „Die Lebensmittelläden sind sehr spendenfreudig“, sagt er. 

Was fehlt, wird dazugekauft

Dienstags holen die rund 40 Helfer die überschüssige Ware von Metro und Rewe, am Mittwoch sind alle anderen Spender dran, darunter Edeka und die Bäckerei Sickinger. Dann kommt die Ware sofort auf den Tisch beim TSV Gräfelfing und wird verteilt. Was fehlt, werde dazu gekauft. Beispielsweise Tomaten gingen immer gut, „da muss ich manchmal welche dazukaufen“. Die Mittel dafür nimmt er aus der Spendenkasse. Und wenn die Metro riesige Säcke Mehl oder Salz abzugeben habe, tausche er schon mal mit der Münchner Tafel, damit alle gut versorgt seien.

Vor Weihnachten gibt‘s immer ein Geschenk

Manche Dinge bekomme der Würmtal-Tisch erst, wenn die Saison vorüber sei, aber das liege in der Natur der Sache. So lange der Einzelhandel Lebkuchen verkaufen könne, spende er sie nicht. „Die kaufen wir auch nicht dazu, das ist ja kein Lebensmittel“, sagt Schrader. Nikoläuse bekomme der Würmtal-Tisch immerhin noch vor Weihnachten. Bei der letzten Ausgabe vor Weihnachten gibt es auch immer ein Geschenk. „Etwas, was man brauchen kann.“ Zum Beispiel ein Brettchen mit Messer oder eine Kühlschrankbox. Die Aktion „Ein Päckchen mehr“, für die die Helfer des Würmtal-Tisches früher vor Weihnachten vor den Supermärkten sammelten, gibt es nicht mehr.

Die Mitarbeiter des Würmtal-Tisches sind hoch motiviert. „Wer dabei ist, freut sich immer, am Mittwoch wieder dabei sein zu dürfen.“ Eine Rolle spielt sicherlich: Die Ware, die der WürmtalTisch bekommt, ist meist tadellos. Im vorigen Jahr habe ein Supermarkt einmal Lebensmittel gespendet, die nicht mehr verwendbar gewesen seien. Schrader habe diese zurückgebracht. „Das kam dann nie wieder vor.“

Würmtal-Tisch nicht Mitglied im Tafel-Verband

Es läuft also gut. Und so sollte es bleiben. Da der Würmtal-Tisch seit seiner Gründung nicht Mitglied im Tafel-Verband ist – „deswegen dürfen wir uns auch nicht Tafel nennen“ –, kämen ihm die jetzt geforderten Zuschüsse wohl nicht ohne Weiteres zugute.

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