Würmtal-Tisch

Kein Päckchen mehr für Bedürftige

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Die Weihnachtsaktion des Würmtal-Tischs fällt heuer erneut aus. „Die Schwierigkeit, gerecht zu verteilen, ist zu groß“, erklärt die Verantwortliche Petra Schaber.

Gräfelfing – Die Aktion „Ein Päckchen mehr“ war in der Vergangenheit sehr erfolgreich. Die Würmtaler kauften im Advent fleißig in den Supermärkten ein und spendeten die Ware direkt vor Ort den Helfern des Würmtal-Tischs. „Es war wunderbar, wie uns die Würmtaler Bürger verwöhnt haben.“ Doch: „Wir konnten die Tüten nicht gleich bestücken.“ Die Spenden waren unterschiedlich; die Tüten, die die Bedürftigen zu Weihnachten bekamen, waren nicht alle identisch. Zudem bekam der eine beispielsweise Kaffee, trank aber keinen, der andere bekam Schweinefleisch, welches er aus religiösen Gründen nicht mochte. So etwas habe dann bei der Ausgabe zu unschönen Situationen geführt. Und so etwas wollen Schaber und ihre Mitstreiter künftig vermeiden. „Die Enttäuschung auf beiden Seiten war zu groß“, sagt sie.

Im Vorjahr war die Aktion erstmals abgesagt worden. Anschließend habe es anonyme Briefe gegeben, in denen Kunden des Würmtal-Tisches ihr Bedauern darüber ausgedrückt hätten, berichtet Schaber. Deshalb sagte sie die Aktion heuer nicht einfach ab. Sie besprach sich erst mit ihren Mitstreitern, bevor beschlossen wurde, die Aktion wieder nicht durchzuführen. „Der Aufwand steht nicht im Verhältnis zum Ergebnis“, sagt sie.

Ohne Geschenke vom Würmtal-Tisch müssen die Bedürftigen dennoch nicht auskommen. „Es gibt zu Weihnachten trotzdem schöne Sachen“, versichert Schaber. Im vergangenen Jahr habe es Handtücher gegeben – für alle die gleichen. „Das ist für alle die bessere Lösung“, findet Schaber.

Der Würmtal-Tisch versorgt 120 bis 150 Bedürftige. „An Weihnachten kommen auch die, die sonst nicht regelmäßig kommen“, weiß Schaber. Entsprechend viele Geschenke müssen die Helfer besorgen. Doch der Aufwand im Vergleich zur Aktion „Ein Päckchen mehr“ sei deutlich geringer. Es müsse keiner mehr in Supermärkten Menschen um Spenden bitten, die Waren müssten nicht transportiert und auch keine Tüten mehr gepackt werden. Das kommt den Helfern entgegen. Petra Schaber: „Wir werden auch älter.“  

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