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Eine zeitgemäße IT-Ausstattung soll gefördert werden.

Schulen können üppige Fördergelder abschöpfen

Über 2,5 Millionen Euro aus „DigitalPakt“

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Über 2,5 Millionen Euro und fünf Jahre Zeit, das Geld auszugeben: Dank dem „DigitalPakt Schule 2019 bis 2024“ können die Schulen im Würmtal üppige Fördergelder abschöpfen. Voraussetzung ist ein Medienkonzept.

Planegg– Der Bund stellt dem Freistaat im Rahmen des „DigitalPakts“ 778 Millionen Euro für den digitalen Wandel an den Schulen zur Verfügung: Mit dem Geld soll für eine zeitgemäße und pädagogisch sinnvolle IT-Ausstattung gesorgt werden: digitale Klassenzimmer, Schulhausvernetzung, mobile Endgeräte, digitale Arbeitsgeräte sowie WLAN-Infrastruktur auf dem Schulgelände. Die entsprechende bayerische Förderrichtlinie trat Ende Juli in Kraft. Jetzt steht fest, wie viel Zuwendungen die Schulträger, also die Kommunen beziehungsweise Zweckverbände, maximal erhalten können. Ausschlaggebend für die Berechnung sind die Schüler- und Klassenzahlen.

Mit der größten Summe kann Gauting rechnen: Der Höchstbetrag für sämtliche Schulen zusammen, deren Träger die Gemeinde ist, liegt bei 853 099 Euro. Der Zweckverband Staatliche Würmtal-Realschule, die ebenfalls in Gauting zu Hause ist, darf mit 348 382 Euro kalkulieren. Gräfelfing kann bis zu 621 139 Euro beantragen. 175 991 Euro stehen Planegg zur Verfügung, um die Digitalisierung der Grundschulen in Planegg und Martinsried voranzutreiben. 322 361 Euro sind es im Falle des Feodor-Lynen-Gymnasiums, dessen Träger der Zweckverband Staatliches Gymnasium im Würmtal ist. Bis zu 125 321 sind für die Neurieder Grundschule vorgesehen, bis zu 95 924 Euro für die Kraillinger Grundschule.

Zwei Jahre Zeit für Medienkonzept

Die Schulen hatten zwei Jahre Zeit, ein eigenes Medienkonzept zu entwickeln. Abgabetermin war Ende des gerade abgelaufenen Schuljahres. Im Feodor-Lynen-Gymnasium wurde laut Christin Hafer, Geschäftsleiterin des Zweckverbandes, eigens ein Medienfachkreis innerhalb des Lehrerkollegiums gebildet. Dieser ging Fragen der digitalen Unterrichtsgestaltung und der dafür nötigen Mittel nach. Nach den Sommerferien will sich Hafer mit dem Konzeptteam zusammensetzen. „Das Geld ist noch nicht eingeplant“, sagt sie. „Natürlich möchten wir die Fördermittel nutzen, aber nichts überstürzen.“ Schließlich habe man fünf Jahre Zeit, um einen möglichst sinnvollen Umgang mit dem Geld sicherzustellen.

90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten können mit Fördermitteln beglichen werden, zehn Prozent muss der Schulträger als Eigenanteil übernehmen. Zuwendungsfähig sind zum Beispiel für die Digitalisierung notwendige bauliche Maßnahmen oder die Anschaffung von IT-Hardware und Software, wie sie im Ausstattungsplan des Medienkonzeptes der jeweiligen Schule festgeschrieben sind. Förderanträge müssen bis spätestens Ende 2021 beim Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus eingereicht werden. Eine Bewilligung muss bis 30. Juni 2023 erfolgen.

Glasfaseranschluss am FLG in Arbeit

Nicht Bestandteil des „DigitalPakts“ ist die Versorgung der Schulen mit durchgängig gigabitfähigen Breitbandanschlüssen, um schnelles Internet zu garantieren. „Das ist ein anderes Förderprogramm“, sagt Hafer. Der FLG-Zweckverband bemüht sich seit Längerem um einen Glasfaseranschluss. Nach erfolgter Ausschreibung wurde nun der Auftrag vergeben. Der Ausführungszeitraum beträgt laut Hafer fast ein Jahr. „Das ist derzeit normal“, sagt sie. Läuft alles nach Plan, hat die Schule spätestens zu Beginn des Schuljahres 2020/21 einen Glasfaseranschluss.

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