Trinkwasserversorgung

Zweckverband sucht neue Quelle

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Der Würmtal-Zweckverband muss sich nach einer neuen Trinkwasserquelle umschauen. Das Landratsamt Starnberg hat den Zweckverband gebeten, Alternativen für die Quelle in Königswiesen zu prüfen. Die Suche dürfte langwierig und kostspielig werden.

Würmtal– Die drei Trinkwasser-Gewinnungsgebiete Mühlthal, Kreuzlinger Forst und Königswiesen nutzt der Zweckverband zur Wassergewinnung. Nur etwa fünf bis zehn Prozent der für das Würmtal benötigten Menge kommen dabei aus dem Brunnen im Königswieser Forst, „den wir vor allem als Reserve-Gebiet und Ergänzung zu den beiden anderen Quellen nutzen, zum Beispiel wenn wir einen sehr heißen Sommer mit hohem Wasserverbrauch wie vor zwei Jahren haben“, sagt Josef Mittermayr, stellvertretender Geschäftsführer des Würmtal Zweckverbands, auf Merkur-Anfrage.

Durchschnittlich 10 000 bis 12 000 Kubikmeter Wasser sind täglich erforderlich, um die Würmtal-Gemeinden Planegg, Gräfelfing, Krailling und Gauting zu versorgen. In heißen Monaten steigt der Wasserverbrauch noch einmal deutlich an, im Juli 2015 zum Beispiel auf 442 000 m³ Wasser. Die Versorgung in solchen Monaten sei nur möglich, da auch der Brunnen im Königswieser Forst genutzt werden kann, sagt der Zweckverband. Die Nutzung der Quelle sei daher trotz des geringen Anteils an der gesamten Menge notwendig.

Dennoch gibt es über den Brunnen seit Jahren immer wieder Streit. Das Landratsamt Starnberg verlängert die entsprechende Genehmigung seit Jahren nur noch befristet. Zunächst war das nahe Gelände des Reit- und Fahrvereins Gauting an der Staatsstraße nach Starnberg ein Problem. In der Schutzzone 2 eines Trinkwasser-Gewinnungsgebietes ist seit einiger Zeit das Beweiden von Wiesen genauso verboten wie Gülledüngung. Das Landratsamt sperrte daher einen Teil des Bereichs für die Pferde. Zweitens könne die landwirtschaftliche Nutzung der Gegend die Qualität des Trinkwassers negativ beeinflussen, glaubt das Landratsamt. „Außerdem wurde uns gesagt, dass über den Zufluss der Würm Schadstoffe in das Wasser dort einfließen könnten“, sagt Josef Mittermayr. Von einem „Gefährdungspotential“ durch die Wasser-Quelle spricht Landratsamts-Sprecher Stefan Diebl.

Das Landratsamt Starnberg hat daher dem Zweckverband die Nutzungsrechte zunächst noch einmal bis Ende 2022 verlängert, gleichzeitig den Verband aber aufgefordert, Alternativen zu prüfen. „Die Suche ist für uns aber sehr umfangreich, wir müssen quasi von Null anfangen“, sagt Josef Mittermayr. Der Zweckverband muss bei jeder möglichen neuen Quelle prüfen, wie die Qualität des Wassers und die Zusammensetzung ist, ob ausreichende Mengen zur Verfügung stehen und die entsprechenden anderen Kriterien für Trinkwasser-Quellen erfüllt sind, zum Beispiel dass die unmittelbare Umgebung nicht anderwärtig genutzt wird. „Das kann Jahre dauern, vielleicht sogar zehn Jahre, und kostet mit Sicherheit im Laufe der Zeit einen sechsstelligen Betrag“, sagt Mittermayr. Welche Gebiete als Ersatz dienen könnten, lasse sich im Moment noch nicht voraussagen. Mittermayr: „Es ist ja dann auch immer möglich, dass bei einem anderen Gebiet genau die gleichen Probleme wie in Königswiesen auftreten.“

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