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Der Straßenfasching im Würmtal lebt: In der Planegger Bahnhofstraße drängten sich Narren und Zuschauer.

Würmtaler Faschingszug

Bunt, politisch und gut besucht

Witzige Sprüche, fetzige Musik und bunte Masken: Länger denn je war heuer der Faschingszug, der am Sonntagnachmittag durch Krailling und Planegg zog.

Planegg – Fast pünktlich um 13.30 Uhr starteten die zahlreichen Wagen vor der Kraillinger Brauerei, um dann langsam Richtung Planegger Bahnhofstraße zu rollen. Herrschte kurz zuvor noch reges Schneetreiben, so hatte der Himmel ein Einsehen mit den Narren und den tausenden verkleideten Zuschauern, die die Straßen säumten und begeistert mitfeierten. Auf trockenen Wegen ließen sich die Teilnehmer feiern, warfen traditionell mit Karamellen nur so um sich und freuten sich mit ihrem Publikum über die Faschingszeit.

Musikalisch war da einiges geboten: So sorgte die Münchner Samba-Truppe „Sole Luna“ mit ihren heißen Rhythmen gleich für einen schmissigen Beginn, gefolgt vom Spielmannszug aus Oberschleißheim und der Gilchinger Blaskapelle.

Mit Spannung waren die politischen Themen erwartet worden, denen sich die zahlreichen Wägen der diversen Feuerwehren und sonstigen Organisationen widmen würden, und die Zuschauer wurden nicht enttäuscht. Eine gackernde Schar Hühner lugte vom Dach des Wagens der Freiwilligen Feuerwehr Krailling herunter und forderte in Anlehnung an die Posse um einen mobilen Hühnerstall in Frohnloh: „Stellt Hühner Wellness Tempel unter Strafe“. Weiter gings mit den Planegger Floriansjünger-Kollegen, die Zuwanderer aus dem Rest der Republik mit „Welcome Preißn“ im Würmtal willkommen hießen und mit Sprüchen wie „Ab 800 000 – was für ein Schnäppchen“ und „Modernste Architektur mit charmantem Dorfcharakter“ sowie dem „Kaffee Kreisverkehr Martinsried“ die Baupolitik der Gemeinde aufs Korn nahmen. Auch vom Eishockey-Club Planegg, dessen Damenmannschaft nach sieben Titelgewinnen als Deutscher Rekordmeister dasteht, bekam die Gemeinde Planegg ihr Fett weg. „28 Jahre Warten auf das Wunder“, „Kein Dach über dem Kopf“ und „Immer Erster und doch der Letzte“ waren die recht eindeutigen Botschaften.

Mit „Gaffen kann jeder“ prangerten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Stockdorf die Mentalität der Unfall-Touristen an und für jugendlichen Nachwuchs („Mia wern immer grauer, drum brauch ma junge Power“) warb der Kulturfestival-Verein aus Gräfelfing. Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst flanierte übrigens im stilechten Piratenoutfit durch die Bahnhofstraße. Als Weinflaschen mit originellen Korkhüten, die eifrig flüssige Kostproben verteilten, hatten sich die Damen der VRK Gräfelfing verkleidet. Mit einem aufwendig dekorierten Piratenschiff und einer durchgestylten Mannschaft, die der Crew aus dem Filmklassiker „Fluch der Karibik“ in nichts nachstand, toppte die Freiwillige Feuerwehr Gräfelfing schließlich die fantasievoll ausgestatteten Wägen.

Matthias Niedermair, Organisator des Faschingszugs, der diesen wieder monatelang vorbereitet hatte, schnaufte einmal tief durch, als der letzte Wagen am Ziel angekommen war und es weiter ging zum Feiern in die Almhütte, die heuer erstmals auf dem Planegger Marktplatz stand. „Es war ein Feuerwerk an Ideen, Kostümen und Gaudi.“

Martina Scheibenpflug

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