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Seit zwei Monaten bei der Feuerwehr: Benjamin Tschochner (13) ist der neueste Zugang der Planegger Brandschützer. 

gute Jugendarbeit

Feuerwehren haben regen Zulauf

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Die Freiwilligen Feuerwehren im Würmtal können sich glücklich schätzen: Der Nachwuchs rennt ihnen derzeit das Haus ein. Doch von einem Aufnahmestopp sind sie noch weit entfernt.

Würmtal – Die Zahl der aktiven Feuerwehrler im Würmtal steigt. Doch so schön die Zahlen klingen, die Nachwuchssorgen werden die Feuerwehren so schnell nicht los. „Es können gar nicht genug sein“, sagt Kraillings Kommandant Richard Siebler.

Siebler bestätigt die Tendenz, dass die Feuerwehren im Würmtal zulegen, was die Zahl ihrer aktiven Mitglieder betrifft. Aber er sagt auch: „Es sind nicht so viele, wie wir Aufnahmebedarf hätten.“ Denn während die Feuerwehren auf der einen Seite um neue Mitglieder werben, kämpfen sie auf der anderen gegen den Schwund. Immer wieder verlassen sie Mitglieder im Alter von rund 18 Jahren, wenn sie andernorts einen Studien- oder Ausbildungsplatz bekommen. „Mehr geht natürlich immer“, sagt deshalb auch Planeggs Kommandant Martin Heizer. Er ist in der glücklichen Lage, dass er die Zahl seiner aktiven Mitglieder in diesem Jahr auf 107 steigern konnte. Lange Zeit habe sie bei 90 bis 95 gelegen. Das Sollziel läge bei um die 100 Aktiven. „Ein Aufnahmestopp ist aber nicht zu befürchten“, sagt Heizer.

Sein Kollege aus Neuried, Jürgen Kral, kann derzeit auch nicht klagen. Im Vergleich zum Vorjahr habe er fünf aktive Mitglieder mehr und damit insgesamt 78. „Wenn man den Trend sieht, dass bei anderen Feuerwehren Mitglieder Mangelware sind, müssen wir sagen, dass wir mit unserem regen Zulauf in einer glücklichen Lage sind.“ Dafür arbeiten alle Würmtal-Feuerwehren hart. „Wir müssen ständig Ausschau halten und werben“, sagt Richard Siebler, der über 67 aktive Mitglieder verfügt, dazu zwölf Jugendliche. „Einen Großteil unserer Leute rekrutieren wir aus der Jugendgruppe“, sagt der Sprecher der Gräfelfinger Feuerwehr Thomas Hickel. Und so kann auch er von einer konstanten Zunahme auf jetzt rund 120 aktive Mitglieder berichten.

In allen Gemeinden wird in die Jugendarbeit investiert. „Diese Werbemaßnahmen scheinen zu greifen“, meint Heizer. Am Dorffest sei die Feuerwehr präsent, dazu gebe es eine Infobroschüre und große Plakate. Jährlich würden die Jugendlichen in Planegg angeschrieben und dürften beispielsweise zu einem Einsatz mitfahren. Auch Benjamin Tschochner (13) hat heuer einen Brief bekommen, besuchte den Infotag und ist jetzt seit zwei Monaten dabei. „Ein paar Freunde von mir sind auch schon hingegangen“, erzählt er. Die besten Werbebotschafter seien die jugendlichen Mitglieder selbst, das wissen die Kommandanten. „Die erzählen herum, dass es schön und cool ist“, sagt Heizer. Kral bestätigt dies. Er macht seinen Neuzugängen aber klar, dass es bei der Feuerwehr nicht nur Schönes zu sehen, sondern auch Übungen und Veranstaltungen wie die zum Volkstrauertag gebe, bei denen auch die Jugend gerne gesehen sei. „Mit der Schiene fährt man ganz gut“, sagt er.

Das Rezept der Würmtaler Feuerwehren, dem Nachwuchsmangel mit guter Jugendarbeit zu begegnen, scheint aufzugehen. Kral: „Ich finde, dass die Feuerwehr auch eine sehr gute Beschäftigung für Jugendliche ist.“

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