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Einsatzkräfte der Feuerwehr Neuried sicherten am Dienstag in Bayrischzell mit der Drehleiter Bundeswehrsoldaten auf einem Hausdach ab.

Schneemassen

Würmtaler Feuerwehren helfen in Katastrophengebieten

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Die Lage im Würmtal entspannt sich allmählich. Die Feuerwehren haben aufgrund des Schneewinters trotzdem alle Hände voll zu tun. Sie helfen in den Katastrophengebieten.

Würmtal – „Das kann man sich kaum vorstellen, die Schneemassen sind gigantisch.“ Planeggs Kommandant Martin Heizer war am Montag in Bayrischzell. „Da ist noch so viel zu tun“, sagt er. Und in der Tat, während die Planegger Feuerwehr sich gestern ausruhen durfte, rückten die Neurieder am Dienstag aus. Sie kamen mit der Drehleiter nach Bayrischzell und sicherten Bundeswehrsoldaten aus Murnau ab, während diese ein weiteres Dach von den Schneemassen befreiten.

Am Wochenende war ein Teil der Neurieder Feuerwehr bereits mit der Drehleiter zwei Tage lang in Unterhaching gewesen. Parallel räumten Kameraden zuhause den Schnee von den Vordächern der Grundschule und des Kindergartens an der Zugspitzstraße. Auch das 400 Quadratmeter große Dach des Containers, in dem das gemeindliche Bauamt derzeit untergebracht ist, befreiten sie vom Schnee. 25 Leute seien eine Stunde lang mit Schaufeln beschäftigt gewesen, so Kommandant Thorsten Rehkämper.

Anhand des Arbeitsaufwands zeigt sich bereits, dass es im Würmtal vergleichsweise wenig geschneit hat. Die Kraillinger Feuerwehr war Sonntag und Montag gemeinsam mit anderen Feuerwehren aus dem Landkreis Starnberg in Holzkirchen im Einsatz, um das 7500 Quadratmeter große Dach eines Einkaufszentrums vom Schnee zu befreien. Mit Hilfe der Kraillinger Hubarbeitsbühne wurden Fräsen und Schaufeln aufs Dach gehoben. 190 Feuerwehrler arbeiteten dann am Sonntag von früh bis spät auf dem Dach, am Montag waren es noch einmal 160. Der Schnee sei dort oben 1,40 Meter hoch gelegen, sagt Starnbergs Kreisbrandrat Peter Bauch. Dabei sei Holzkirchen nicht einmal so schlimm von der Schneekatastrophe betroffen gewesen. „Viel schlimmer ist es in Bayrischzell.“

„Der Schnee liegt dort mannshoch auf den Dächern“, berichtet auch Heizer. Er und seine Kameraden waren aber nicht nur in Bayrischzell unterwegs. „Am Freitag haben wir Schneefräsen für die Stadt München geliefert.“ Das Heizkraftwerk in Oberföhring musste vom Schnee befreit werden. Am Samstag waren Planegger und Gräfelfinger im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen im Einsatz, um die Dächer von Hallen zu räumen. Ferner waren Einsatzkräfte der beiden Wehren am Samstag auch noch mit den Drehleitern im Landkreis Miesbach zugange, um Bausachverständigen zu ermöglichen, die Belastung der Dächer zu messen. Am Sonntag fuhren beide Feuerwehren dann nach Unterhaching und räumten dort das Dach einer Schule. Sonntags stellten die Gräfelfinger zudem die Einsatzbereitschaft im Würmtal sicher. Zwei Mann aus Gräfelfing, darunter der Sprecher Thomas Hickel, unterstützten Samstag, Sonntag und Montag überdies die Einsatzleitung in Bad Tölz.

Nachts ging es für alle Einsatzkräfte aus dem Würmtal immer zurück nach Hause. „Einmal haben wir im Tölzer Landratsamt einfach durchgearbeitet“, sagt Hickel. Übernachten könne keiner in den Katastrophengebieten. Normalerweise dienten dazu die Turnhallen. Aber „in einer einsturzgefährdeten Halle kann man nicht Leute übernachten lassen“, erklärt Bauch. Dass die Kraillinger Feuerwehr auch dabei half, ein privates Gebäude freizuschaufeln, erklärt er wie folgt: „Das Einkaufszentrum konnte am Dienstag wieder den Betrieb aufnehmen. Das war für die Versorgung wichtig.“ Die Menschen müssten wieder Lebensmittel einkaufen können, so Bauch.

Die Feuerwehren im Landkreis Starnberg hatten gestern keine weitere Anfrage von der Regierung von Oberbayern, um Hilfe zu leisten. „Jetzt muss man halt mal schauen, was das Wetter bei uns macht“, sagt Bauch. Anders schaut es im Landkreis München aus, wie der Einsatz der Neurieder Feuerwehr gestern in Bayrischzell zeigt. Planeggs Kommandant Heizer hat die freie Zeit gestern für die Nachbereitung des Einsatzes genützt: „Dann schauen wir mal, ob wir die Woche noch mal los müssen.“

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