Amnestie bis 1. Juli 2018

Illegale Waffen legal loswerden

Wer illegale Waffen besitzt, kann diese bis zum 1. Juli 2018 straffrei in den Landratsämtern oder bei der Polizei abgeben. Eine Änderung des Waffengesetzes macht es möglich.

Würmtal – Die Amnestie, also ein per Gesetz verfügter Straferlass, betrifft ausschließlich illegale Waffen sowie Munition, für die der Besitzer keine Genehmigung vorweisen kann. Das Gesetz, das im Juli dieses Jahres in Kraft getreten ist, gilt nicht nur für scharfe Schusswaffen, sondern auch für verbotene Gegenstände wie Totschläger oder Schlagringe. Die Waffenbehörde des Landratsamtes München hat bisher lediglich ein Gewehr entgegengenommen.

Laut Pressesprecherin Franziska Herr waren im Landkreis zum Stichtag 1. Januar 2017 insgesamt 7030 Waffenbesitzer gemeldet. Diese Zahl beinhalte aber auch Personen, die über einen kleinen Waffenschein verfügen und somit zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen berechtigt sind. Insgesamt seien 22 700 Waffen registriert, darunter 8367 Kurz- und 14 333 Langwaffen.

Im Landkreis Starnberg hat bislang noch niemand von der Möglichkeit, illegale Waffen straffrei abzugeben, Gebrauch gemacht. Ralf Purkart, Vize-Fachbereichsleiter für öffentliche Sicherheit und Ordnung, rechnet aber damit, dass noch so mancher Dachbodenfund seinen Weg ins Landratsamt finden wird. Immer wieder würden Offizierspistolen aus dem Zweiten Weltkrieg auftauchen.

Wer über eine Erbschaft an eine Waffe kommt, braucht übrigens keine Amnestie. Dann reicht bereits ein Anruf im Landratsamt aus. Die Verantwortlichen stellen daraufhin eine Transportgenehmigung aus, um die Waffe im Amt vorbeibringen zu dürfen. Zum Stichtag 31. Juli waren im Landratsamt Starnberg 11 120 legale Waffen registriert.

Laut Markus Reichart, zuständiger Fachbereichsleiter, hatten die insgesamt 2234 Waffenbesitzer 3867 Kurz- und 7523 Langwaffen in ihren Waffenschränken. Man müsse sich aber vor Augen führen, dass die Dunkelziffer deutlich höher sei. Demnach kämen in Deutschland auf jede legale im Schnitt drei bis vier illegale Waffen.

Dies zeige, dass eine Amnestie wichtig sei, um Waffen aus dem Verkehr zu ziehen. Denn die Statistik belege auch, „dass von 40 Verbrechen, bei denen Schusswaffen zum Einsatz kamen, 39 mit illegalen Waffen begangen wurden“. Aus diesem Grund nimmt die Polizei alle Waffen, die im Rahmen der Amnestie abgegeben werden, genau unter die Lupe.

Karin Priehler/Sebastian Tauchnitz

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