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Zum Saisonabschluss haben sich die Morgenschwimmer nochmals vor dem Sommerbad getroffen, für dessen Erhalt sie sich vehement einsetzen. 

Freizeit

Würmtaler Morgenschwimmer kämpfen für ihr Sommerbad

„Das Gautinger Sommerbad muss erhalten bleiben!“ Für dieses Ziel engagiert sich eine Senioren-Gruppe. Die 20 „Morgenschwimmer“ aus dem Würmtal verlangen Fördermittel für die Sanierung des Freibads der klammen Kommune Gauting.

Würmtal– Sie erwerben zum Beginn der Badesaison Dauerkarten und sind täglich die Ersten, die im Gautinger Sommerbad ihre Bahnen ziehen – die Morgenschwimmer, um die 20 Senioren aus dem Würmtal. Sie sorgen sich, dass ihr Frühsport möglicherweise in Gefahr ist. Wenn der Gautinger Gemeinderat am kommenden Wochenende in Klausur alle freiwilligen Leistungen der Gemeinde auf den Prüfstand stellt, werden auch die Finanzen des Freibads unter die Lupe genommen, das hat Rathaussprecher Maximilian Olberding jetzt bestätigt. Insgesamt 7,5 Millionen Euro müssen in die Sanierung der als Olympia-Trainingsstätte 1972 fertiggestellten Sportanlage investiert werden. Allein für die vom Landratsamt geforderte Erneuerung des Kinderplanschbeckens werden 781 000 Euro fällig. Die Summe werde zwar übers Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“ zu 45 Prozent gefördert. Doch sämtliche Maßnahmen am Freibad stünden „unter Vorbehalt“ der bevorstehenden Ratsklausur. Im Auftrag der Senioren hat der Gautinger Pensionär Bernd Zeytz Ende August einen Brandbrief an die Landtagsabgeordneten Ute Eiling-Hütig (CSU) und  Markus Rinderspacher, Vorsitzender der SPD-Fraktion, geschickt mit der Bitte um staatliche Unterstützung.

Am Dienstag war Saisonschluss im Sommerbad. Während sich die Septembersonne nochmals im Wasser des blitzblanken Trainingsbeckens spiegelte, hatten sich schon vor der Badöffnung um 9 Uhr die Morgenschwimmer am Eingang versammelt. „Ich komme jeden Tag hierher und schwimme eine Stunde“, erzählt die Kraillingerin Alexandra Reitmeier. Die Mutter einer 15-jährigen Tochter ist die mit Abstand Jüngste unter den Morgenschwimmern. Für älteren Mitglieder der Gruppe, die körperlich nicht mehr so fit sind, sei Schwimmen oft die einzige Möglichkeit, sich sportlich zu bewegen, sagt Bernd Zeytz. Seine Frau habe zwei künstliche Kniegelenke. „Wandern und Radfahren geht da nicht mehr.“

„Wenn wir unser Bad erhalten wollen, müssen wir was machen“, betont Hansjörg Hägele. „Unter 30 Freibädern in Oberbayern sind zwei von der Schließung bedroht“, schlägt Bernd Zeytz Alarm: „Eines ist unseres.“ Der Aushang von  Bürgermeisterin Brigitte Kössinger – „Wir werden versuchen, unser Schwimmbad zu erhalten und für die Zukunft fit zu machen“ – sei unverbindlich und verschweige „die Einstufung als drohende Schließung in der Landtags-Drucksache vom 31. August 2018“. Angesichts der wachsenden Zahl von Nichtschwimmern seien Fördermittel gegen das Schwimmbadsterben gut angelegtes Geld, begrüßt Zeytz den jüngsten Vorstoß des SPD-Fraktionschefs Rinderspacher.

Hansjörg Hägele plant, einen Förderverein fürs Sommerbad zu gründen. Da könnten sich auch ortsansässige Firmen wie der Autozulieferer Webasto als Sponsoren einbringen. „Wenn man etwas will, muss man darum kämpfen“, sagt Hägele.

Christine Cless-Wesle

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