Gute Abi-Noten

„Bei uns zählt die Leistung, nicht der Geldbeutel“

Würmtal – Die Qualität des Abiturs bereitet dem Deutschen Lehrerverband Sorgen. „Ja, es ist leichter geworden, und mehr Kinder schaffen es“, bestätigt der Direktor des Gräfelfinger Kurt-Huber-Gymnasiums, Hendrik Rehn. „Der Lehrplan wurde mit G8 verschlankt, und man hat Leistungskurse weggenommen.“ Die Sorge des Verbandes teilt er dennoch nicht.

„Wir haben stärker darauf Rücksicht genommen, dass das Abitur nicht nur auf das Studium vorbereiten soll“, sagt Hendrik Rehn. „Wir haben das Spitzenniveau im Abitur ein wenig abgesenkt“, erklärt er. Aber dafür sei das Abitur jetzt breiter angelegt. Solange das Schulsystem sozial gerecht sei, habe er keine Probleme damit, dass mehr Kinder das Abitur bestünden. „Bisher werden in Bayern die Spitzen an den staatlichen Schulen ausgebildet, nicht an den privaten. Bei uns entscheidet die Leistung und nicht der Geldbeutel. Das ist ein höchst demokratisches System.“ Sollte sich das System aber weiter wandeln, könne es passieren, dass es sich dahingehend ändere, dass die privaten Schulen die Spitzenschüler besser fördern als die staatlichen. Das gelte es zu vermeiden. Aber derzeit könne man nicht behaupten: „Wir haben das Gymnasium kaputt gemacht.“

Die Leiterin des Planegger Feodor-Lynen-Gymnasiums, Brigitte Schmid-Breining, ist ebenso wenig besorgt wie ihr Gräfelfinger Kollege. Die Zahl der Abiturienten steige, bestätigt auch sie. Doch in den zurückliegenden Jahren habe der Notenschnitt ihrer Abiturienten unverändert bei rund 2,3 gelegen. Dieser habe sich auch beim Wechsel von G9 auf G8 nicht wesentlich verändert. „Wir haben in der Tat bei 110 Abiturienten schon gut 30 mit einer Eins vor dem Komma“, sagt sie, aber auch das sei jedes Jahr der Fall. Im Gegensatz zu Rehn meint sie nicht, dass es heutzutage leichter ist, Abitur zu machen. Es zählten immer noch gute Vorbereitung und hartes Lernen. Was ihr allerdings im Magen liege, sei die Vergleichbarkeit der Hochschulreifen der Bundesländer. Diese sollte gewährleistet sein. Wenn es in Berlin leichter sei, Abitur zu machen, als in Bayern, sei das ungerecht. „Wenn man hier höhere Anforderungen hat, ist es ein Problem.“ Darum solle sich die Kultusministerkonferenz kümmern.  Victoria Strachwitz

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