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Buchsbäume sind dem gefräßigen Zünsler gnadenlos ausgeliefert. Im Würmtal macht er sich heuer in allen Gemeinden breit.

Buchsbäume sterben ab

Der Zünsler schlägt im Würmtal zu

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Widerstand scheint zwecklos. Der Zünsler, die Raupe eines Kleinschmetterlings, macht sich im Würmtal breit, und die Buchsbäume sind ihm gnadenlos ausgeliefert. Für die Gärtner ist das bitter – wenn sie nicht das richtige Mittel kennen.

Würmtal Liebevoll pflegte Luise Behm 25 Jahre lang ihren Buchsbaum. Im Herbst fiel der Kraillingerin ein kleiner bräunlicher Ast auf. Ende März sprach der Gärtner das Todesurteil: „Da kann man nichts mehr machen.“ Es war der Zünsler. Jetzt musste Behm ihre Buchskugel entsorgen – fachgerecht auf dem Wertstoffhof versteht sich, nicht auf dem heimischen Komposthaufen.

Behms Buchs war nicht der letzte Streich der grün-schwarzen Raupe. Rund um die Kraillinger Margaretenkirche seien alle Buchsbäume befallen, sagt der Gärtner der Gemeinde Thomas Koller. „Die sind alle hin.“ Die Situation im gesamten Landkreis Starnberg ist kritisch.

Ilex und Eibe als Alternativen

Und in den Gärten schaut es ähnlich aus. „Täglich fragen mich die Leute um Rat“, sagt Koller. „Der Zünsler ist omnipräsent. Wir werden noch einiges roden müssen im Gemeindegebiet.“ Das Ortsbild könnte sich damit ein wenig verändern. Die Alternativen zu Buchs seien Ilex und Eibe. Behms planen jetzt eine Blumenwiese an der Stelle, wo kürzlich noch ihr Buchs stand.

Im vergangenen Jahr kannte den Zünsler im Würmtal kaum einer. „Heuer bekomme ich täglich bis zu drei Anrufe von Bürgern“, erzählt Lydia Brooks vom Gräfelfinger Umweltamt. Auch ihr Planegger Kollege Richard Richter registriert vermehrt Anfragen der Bürger. „Das fällt auf“, sagt er. In Neuried ist die Raupe auch schon bekannt, und auch dort sind drastische Maßnahmen geplant. „Die Buchsbäume sind alle befallen, die müssen wir entsorgen“, sagt Bernd Schneider, Leiter des Bauhofs. Auch Brooks meint: „Da kann man nichts machen.“ Koller pflichtet ihnen bei: „Wegwerfen ist die einzige Möglichkeit.“

Bei Pflanzen Ries in Neuried ist der Buchs noch im Programm, auch wenn das Angebot heuer deutlich kleiner sei, als in den Jahren zuvor, erklärt Geschäftsführer Achim Weimar. Zum Zünsler sagt er: „Es ist schon eine Epidemie, die schwierig zu bekämpfen ist.“ Doch er ist zuversichtlich: „Wenn man das richtig behandelt, kann man schon was dagegen unternehmen.“ Spritzen und Fallen aufstellen laute sein Rezept.

Bei Rettungsversuchen kommt‘s auf die Geschwindigkeit an 

Was zählt, ist die Geschwindigkeit, meint Karoline Brunner, Betriebsleiterin der Gräfelfinger Seidlhof-Stiftung. Sie konnte den rund 100 Jahre alten Bestand auf dem Gelände der Stiftung gerade zum zweiten Mal retten. Dafür hat sie aber auch bereits im März tägliche Kontrollgänge angeordnet. Als das Tier dann im April wieder entdeckt wurde, zögerte sie keinen Moment: „Ich habe seit zehn Jahren nicht gespritzt.“ Doch der Zünsler sei nur damit zu bekämpfen. Zur Chemiekeule musste sie nicht greifen. Das Spritzen eines Mittels mit dem Bacillus thuringiensis hat ihr geholfen. „Der Zünsler ist wirklich eine Plage. Wenn es warm ist, frisst der den ganzen Buchs an einem Tag.“ Brunner ist jetzt wieder auf der Hut und appelliert an die Nachbarn, es ihr gleichzutun.

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