Standesamtliche Trauung ohne großes Fest: Viele Brautpaare im Würmtal haben trotz Corona geheiratet, verschieben das Feiern jedoch ins nächste Jahr. Foto: Fotolia
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Trauung ohne großes Fest: Viele Brautpaare im Würmtal haben trotz Corona geheiratet, verschieben das Feiern jedoch ins nächste Jahr.

Heiraten in Corona-Zeiten

Ja-Wort im kleinen Kreis

  • Victoria Strachwitz
    vonVictoria Strachwitz
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Viele Trauungen wurden heuer verschoben. In Maria Eich fand keine Hochzeit statt. Den Willen zu heiraten hat Corona dennoch nicht brechen können.

Würmtal – Eine große Hochzeit ist heuer nicht drin. Viele Paare im Würmtal haben sie daher vertagt. Die meisten verschobenen standesamtlichen Trauungen sind aber längst nachgeholt. „Die Leute lassen sich nicht aufhalten“, sagt eine Standesbeamtin der Gemeinde Gräfelfing, die nicht namentlich genannt werden will. „Im Rathaus feiert man gerade nicht so schön.“ Üblicherweise dürfe das Brautpaar in Gräfelfing 20 bis 30 Gäste ins Standesamt mitbringen. Aktuell seien es nur vier beziehungsweise sechs Gäste, je nachTrauzimmer. „Wir dürfen auch keinen Umtrunk mehr anbieten.“ Doch den Heiratswillen könnten diese Umstände nicht brechen. Eheleute, die lieber in größerer Runde feiern, hätten einfach weitere Gäste vor dem Rathaus warten lassen.

In Gauting ist das nicht nötig: Wer seine Hochzeit in größerer Runde feiern will, der weicht nach Unterbrunn aus. Seit Juni ist der Pavillon im Garten des dortigen Pfarrhofs für Trauungen gewidmet. Zehn Paare haben diese Möglichkeit seither genutzt, sagt der Sprecher der Gemeinde, Andreas Röming. Immerhin können der standesamtlichen Trauung dort bis zu 50 Gäste beiwohnen. Gauting ist daher in etwa auf dem Stand des Vorjahres, was die Zahl der Trauungen betrifft. Bislang verzeichnet das Standesamt 70 Eheschließungen, im gleichen Zeitraum 2019 seien es 77 gewesen, so Röming.

Auch in Planegg ist es mit bislang 23 Hochzeiten in etwa so, wie im Vorjahr. Und in Krailling mit 38 ebenfalls. In Gräfelfing waren es bislang 30, was auch in etwa dem Vorjahr entspreche.

In Neuried sind es bislang 16 statt 22 Trauungen. Doch das ist nicht nur der Pandemie geschuldet. „Wir hatten eine Absage und eine Verschiebung wegen Corona und zwei Absagen, da bei uns gerade umgebaut wird“, erklärt die Sprecherin der Gemeinde, Inke Franzen.

In Gauting und Gräfelfing haben einzelne Paare ihren großen Tag ins kommende Jahr verschoben. „Ein Paar hat das gleiche Datum im nächsten Jahr reserviert“, so die Standesbeamtin von Gräfelfing. Einige Paare im Würmtal konnten aber nicht verschieben. „Während des Lockdowns wurden natürlich die meisten Trauungen abgesagt oder verschoben. Denn auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie hätte nur das Brautpaar mit Mundschutz mit dem Standesbeamten mit Mundschutz bei der Trauung zugegen sein dürfen – ohne Musik, ohne Ringewechsel, nur die Formalitäten“, erklärt Martina Sohn, Sprecherin der Gemeinde Planegg. Doch einige, wenige Hochzeiten hätten während der harten Lockdown-Zeit stattgefunden. Dabei habe es sich um Paare gehandelt, bei denen es kompliziert gewesen sei, alle Unterlagen zusammenzubekommen. Die Anmeldung zur Trauung gelte nur ein halbes Jahr, erklärt Sohn.

Was Krailling betrifft, so hätten sich die Paare mit der Situation arrangiert. Sie hätten heuer im kleinen Kreis gefeiert und planten im kommenden Jahr ein großes Fest, meint Standesbeamtin Astrid Lohrer. „Hoffen wir auf bessere Zeiten“, sagt auch Pater Matthäus Klein vom Kloster Maria Eich. Bei ihm sei heuer alles ausgefallen. „In den Herbst zu verschieben, war vielen zu ungewiss.“

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