LEP-Fortschreibung

Kein neues Gewerbe auf Grünflächen

Neuried und Planegg wollen keine Änderung des Landesentwicklungsprogramms. Die Gewerbeansiedelung auf Grünflächen soll nicht einfacher werden.

Neuried/Planegg – Die bayerische Landesregierung möchte das Landesentwicklungsprogramm (LEP) anpassen und künftig Gewerbeansiedlungen auf Grünflächen in Autobahnnähe erleichtern. Dies wollen die beiden Würmtalgemeinden Neuried und Planegg so nicht akzeptieren. Daher haben sich beide Gemeinderäte in ihrer jeweils jüngsten Sitzung dagegen ausgesprochen und beziehen nun fristgerecht gegenüber dem Ministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat Stellung.

„Boden ist eine der wertvollsten Ressourcen, die wir in Bayern haben. Damit sollten wir sparsam umgehen“, befand Felix Kempf von der Planegger SPD. Damit traf er den Grundtenor des Gremiums. Bauamtsmitarbeiterin Ursula Janson wies zudem darauf hin, dass in der LEP-Fortschreibung keine verpflichtende Anbindung von neu entstehendem Gewerbe mit Öffentlichem Personennahverkehr festgeschrieben sei. Der Verkehr in Pkws könne somit langfristig zunehmen. Dies rief auch Roman Brugger (SPD) auf den Plan, der verkündete: „Ich unterstütze den Einspruch.“ Anders sah es Michael Book von der CSU, der befürchtete, das Gewerbe rücke ansonsten näher an die Ortschaften. „Gewerbegebiete in der Nähe von Wohngebieten sind auch nicht gut. Ich muss den Beschluss, Stellung zu beziehen, ablehnen.“ Mit 15:7 Stimmen verabschiedete der Gemeinderat diesen.

Eindeutiger gestaltete sich die Diskussion in Neuried. Einzig Markus Crhak (BZN) stimmte gegen den Beschluss, da er zu Problemen bei der Erweiterung des Pflanzencenters Ries führen könne. Bauamtsleiterin Dagmar Hasler beruhigte: „Da geht es nicht um eine neue Ansiedlung.“ Birgit Zipfel (Grüne) regte zudem an, einen weiteren wichtigen Punkt in die Stellungnahme mitaufzunehmen. So dürfe die Überschrift des Kapitels nicht in „Anbindegebot“ umbenannt werden, denn „die bisherige Bezeichnung ,Vermeidung von Zersiedelung‘ trifft den Kern des Artikels optimal“.

Michael Grözinger

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