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Panini-Karten und -Alben sind auf Würmtaler Schulhöfen derzeit der Renner. Die meisten Schulen tolerieren das, solange die Karten nicht im Schulhaus und vor allem nicht im Unterricht auftauchen.

Fußball-Europameisterschaft: Würmtaler Kinder im Panini-Fieber

Sammeln, tauschen, kleben, zocken

Panini-Sticker und -Sammelhefte sind bei den Schülern im Würmtal aktuell heiß begehrt. Es wird gesammelt, getauscht, geklebt und gezockt. Einige Schulen haben darauf reagiert.

Morgen geht es los. Dann beginnt die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich. Die Schüler im Würmtal sind gut vorbereitet, sie kennen die meisten Spieler. Das alles dank ihrer Panini-Alben. Die Jugend im Würmtal ist im Klebefieber. Kaum scheint die Sonne, liegen in den Pausen über 100 Kinder auf dem Boden des Pausenhofs des Gräfelfinger Kurt-Huber-Gymnasiums (KHG) und zocken um Panini-Bilder. Denn um die kleinen Aufkleber mit Bildern der Stars und Stadien der Fußball-EM wird eifrig gespielt (siehe Kasten rechts).

Wie am KHG werden die Bilder auch am Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium geduldet. Doch bei manch einer Grundschulrektorin sind sie weit weniger beliebt, als bei ihren Schülern. Auf dem Gelände der Gräfelfinger Grundschule sind die Bilder verboten. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Kleinen von den Großen über den Tisch gezogen werden“, sagt Rektorin Angelika Nerz-Lidl. Zudem seien bereits Bilder aus Schulranzen geklaut worden. Und Nerz-Lidl findet, die Bilder machten eine Ungerechtigkeit deutlich: „Es gibt Kinder, die können sie sich nicht leisten und schauen dann mit großen Augen zu.“ Die Rektorin sagt, sie habe kein Problem, das Verbot durchzusetzen: „Die Kinder halten sich daran.“

Auch an der Stockdorfer Grundschule an der Würm gebe es seit Langem klare Spielregeln, was derartige Bilder betreffe – gleich, ob Fußballspieler oder Star-Wars-Figuren darauf abgebildet sind, so Rektorin Heike Beuschlein. „Wenn die Kinder morgens die Schule betreten, müssen die Karten weggepackt werden“, sagt sie. In der großen Pause dürfe getauscht und gezockt werden, aber wehe, ein Bild tauche während des Unterrichts auf. „Das ist dann erst mal eine Woche lang weg“, sagt sie.

In der Martinsrieder Grundschule sei das Tauschen im Schulhaus ebenfalls nicht erlaubt, erklärt Rektorin Margit Baran-Lander. „Im Pausenhof dürfen sie tauschen, solange es friedlich und sozial zugeht“, sagt sie. Ob ihre Schüler auch zocken, habe sie noch nicht beobachtet. Baran-Lander kann den Bildern etwas Positives abgewinnen. Gerade Kindern, die nicht so gut Deutsch sprechen, bieten sie eine Möglichkeit, mit anderen Kindern in Kontakt zu treten, ohne sprechen zu müssen. „So lange es dem sozialen Miteinander dient, gibt es keinen Handlungsbedarf“, sagt sie deshalb.

Auch an der Planegger Grundschule sind die Panini-Bilder nicht verboten. Aber: „Im Unterricht haben die Bilder nichts verloren“, sagt Rektorin Eva Reindl. Tauchen doch einmal welche auf, kassieren die Lehrer sie ein. Die Eltern müssten sie dann abholen.

Victoria Strachwitz

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