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Reine Freude über die Auszeichnung seines Idols: Der Planegger Musiker und Konzert-Organisator Klaus Paulus verehrt Bob Dylan seit Jahrzehnten, besitzt Platten, CDs und Bücher von ihm und über ihn.

Was Würmtaler vom Literaturnobelpreis für Bob Dylan halten

Reaktionen von „göttlich“ bis „unsinnig“

Bob Dylan bekommt den Literaturnobelpreis. Unsinnig finden das die Buchhändler im Würmtal. Die Musiker der Region sind allerdings hocherfreut.

„Wenn es einen Gott gibt, dann muss es Bob Dylan sein“, sagt der Musiker Klaus Paulus schmunzelnd. Lange Jahre war Paulus der Programmgestalter des legendären Musiklokals „Schabernack“ in Krailling. Für ihn sei Bob Dylan die Person in der Musik, die er am meisten verehre, sagt er. Jetzt hat sein Idol den Literaturnobelpreis bekommen, und der Planegger ist hochzufrieden. „Seit Jahren wird gemunkelt, Bob Dylan könnte ihn bekommen, und ich dachte, das wird nicht gelingen“, sagt Paulus.

Auch Wolfgang Köbele, Chef der Wiesnband „Münchner Zwietracht“, freut sich. „Herzliche Gratulation a) zur Entscheidung und b) an Bob Dylan“, sagt der Planegger. Köbele findet das eine tolle Geschichte und lobt den Mut der Schwedischen Akademie, die Auszeichnung an den Musiker zu vergeben. „Er schreibt wunderschöne, sehr spannende, nachdenkliche und tiefsinnige Texte“, sagt er und könnte diese Liste ewig fortsetzen. Bob Dylan sei ein Begleiter seiner Jugend und seines Lebens. „,Blowin In The Wind’ hat man ja schon mit 14 am Lagerfeuer gesungen“, sagt er. Außerdem habe er vor jedem Künstler Respekt, der über Jahrzehnte hinweg erfolgreich sei.

Während die beiden Musiker also Bob Dylan verehren und sich ausgesprochen für ihn freuen, ist die Stimmung in den Buchhandlungen im Würmtal verhaltener. „Bob Dylan ist ein guter Sänger, und seine Songs sind auch schön, aber es tut mir leid für große alte verdiente Literaten, die dann sterben und den Preis nicht bekommen haben“, sagt Cordula Langer, Filialleitung der Buchhandlung Pollner in Planegg. Sie kann die Entscheidung der Schweden nicht nachvollziehen. Dabei ist sie gut vorbereitet. In ihrer Buchhandlung liegt Heinrich Deterings Buch „Die Stimmen aus der Unterwelt: Bob Dylans Mysterienspiele“ auf. Dass sie gerüstet ist, sei aber mehr oder weniger Zufall. „Wir haben es, weil es gut ist“, sagt sie – nicht weil sie auf eine Auszeichnung Dylans gesetzt habe.

Friederike Eickelschulte von der Buchhandlung Wort.Schatz in Gräfelfing traf die Wahl ganz unvorbereitet. Dort seien deshalb keine Bücher vorrätig, sondern bestellt. „Einige werden erst wieder neu verlegt und gedruckt“, erklärt Eickelschulte. „Es ist ein Überraschungscoup“, sagt sie. Das ist noch vorsichtig formuliert.

Marc Schürhoff von der Gautinger Buchhandlung Kirchheim geht stark mit der Wahl der Akademie ins Gericht. „Ich finde es ziemlich unsinnig“, sagt er. „Es gibt so viele preiswürdige Literaten auf der Welt, dass ich mich frage, ob das sein muss.“ Philipp Roth hätten er und Langer gegenüber Dylan bevorzugt. Schürhoff ist alles andere als erfreut. Letztes Jahr habe den Preis eine Journalistin bekommen, dieses Jahr ein Musiker. „Ich finde der Preis beschädigt sich dadurch.“ Vorbereitet ist er trotzdem. Ein Buch über Bob Dylan ist bei ihm verfügbar.

Victoria Strachwitz

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