Makler kritisieren Mietpreisbremse

Würmtal - Würmtaler Immobilien-Makler sehen in der Mietrechtsnovelle keine Verbesserung. Das Bestellerprinzip aber begrüßen sie.

Es fallen Worte wie Wahlpopulismus, wenn die Makler im Würmtal sich zur Mietpreisbremse äußern. Gestern hat der Bundestag das Mietrechtsnovellierungsgesetz verabschiedet. Dazu gehört auch das so genannte Bestellerprinzip. Wer künftig einen Makler beauftragt, muss ihn auch bezahlen.

„Jetzt fühlen sich die Mieter bestärkt. Endlich muss der Vermieter bezahlen. Aber das geht an der Thematik vorbei. Wir haben hier sehr hohe Mieten, weil es hier zu wenig Wohnungen gibt“, sagt Gabi Kortenbrede von CKI-Immobilien in Planegg.

Ins gleiche Horn bläst Roswitha Hamburger vom Hamburger Immobilienkontor in Krailling. Sie sagt: „Das Problem ist, dass der Wohnungsbau nicht mehr gefördert wurde.“ Im Würmtal gebe es kaum Immobilien auf dem Markt und günstige Wohnungen erst recht nicht. Im Bezug auf die Mietpreisbremse ist sich Hamburger sicher: „Es wird nicht billiger werden.“ Sie fürchtet außerdem, dass die Leute nicht mehr investieren, wenn sie bei Neuvermietungen ihrer Immobilien die Miete um nicht mehr als zehn Prozent als die ortsübliche Miete erhöhen dürfen.

Immobilienmakler Ludwig Kinker aus Gräfelfing versteht die Aufregung nicht. „Im Würmtal gilt seit einem Jahr die Kappungsgrenze.“ Die besage, dass die Mieten innerhalb von fünf Jahren um nicht mehr als 15 Prozent angehoben werden dürfen. Neu sei nur, dass die Gemeinden bislang selbst entscheiden konnten, ob sie dies bei sich einführen wollen. Künftig sei dies von Berlin verordnet.

Sein Kollege Reinhold Berger von KPC Immobilien in Planegg ist nicht unglücklich über das Gesetz. Eine Wohnung für 11,50 Euro/m2 vermiete er schneller, als eine für 16 Euro/m2. „Da bin ich dankbar.“ Aber er findet das Gesetz nicht genug durchdacht. Es gebe viele Ausnahmeregelungen. „Da ist bestimmt bald ein Weg gefunden, um die Bremse zu umgehen“, glaubt er.

Während die Mietpreisbremse für Kritik sorgt, freut sich der Großteil der befragten Makler über das künftig gültige Bestellerprinzip. „Die Vermieter werden genauer schauen, wem sie den Auftrag geben. Die seriösen Makler werden profitieren“, meint Gabi Kortenbrede. Über Vermieter, die künftig aus Sparsamkeit selbst vermieten wollen, ohne Makler, sagt sie: „Denen ist gar nicht bewusst, wieviel Arbeit dahinter steckt.“ Hier nennt sie unter anderem Präsentation, Besichtigung und Bonitätsprüfung.

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