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Wer an den Strand will und etwa an die Ferientermine der Kinder gebunden ist, muss sich sputen. 

Hochphase in der Reiseplanung

Würmtaler mögen Spanien, Griechenland und Kreuzfahrten

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Bei Würmtaler Reisebüros und -veranstaltern herrscht zurzeit Hochsaison. Viele Würmtaler buchen im Februar und März ihren Sommerurlaub. Nach den Unruhen sinkt die Nachfrage nach Reisen in die Türkei. Beliebter sind Spanien und Griechenland – und Kreuzfahrten.

Würmtal – „Die Nachfrage nach Türkei-Reisen ist bis jetzt um etwa die Hälfte zurückgegangen“, sagt Günter Weithofer, Leiter des Gautinger Reisebüros Arcadia-Reisen. Insbesondere Familien würden nun nicht mehr in das Land am Bosporus reisen, „was ich zwar verstehen kann, aber auch nicht offensiv empfehle“, so Weithofer. „Urlauber sind dort nicht gefährdet.“ Während die Würmtaler wie viele andere die vermeintlich unsichere Türkei meiden, wagen sie sich stattdessen auf unbekanntes Terrain. Weithofer beobachtet eine gewisse Neugier: „Manche sagen, in Bulgarien oder Thailand war ich noch nie, probierte ich halt stattdessen dieses Jahr mal das aus.“

Angst und politische Beweggründe beeinflussen offenbar auch die Kunden des Neurieder TUI-Reise-Centers. „Viele Kunden sagen, dass sie Erdogan nicht unterstützen wollen und auch Angst haben, dass was sein könnte“, sagt eine Mitarbeiterin. Dennoch habe „das Auswärtige Amt ja keine Reisewarnung herausgegeben, die Badeorte können weiter genutzt werden“. Griechenland, Spanien und Portugal seien für viele die Alternative zur Türkei – und auch die USA. Die Entwicklungen der letzten Wochen in den Staaten hätten zumindest bisher noch keine Auswirkungen auf die Nachfrage, heißt es. Zudem würden längst nicht alle Würmtaler Pauschalreisen buchen: „Viele Leute kombinieren Sightseeing und Badeurlaub oder machen eine Studienreise“, beobachtet das Reise-Center.

Immer beliebter würden auch Kreuzfahrten, da das Preis-Leistungsverhältnis immer besser werde, sagt Weithofer. Auch Fluss-Schifffahrten seien zunehmend gefragt, sagt Günter Weithofer von Arcadia-Reisen. „Generell sollte man auf jeden Fall jetzt buchen, bei Flügen nach Mallorca gibt es etwa schon jetzt erste Engpässe“, sagt Weithofer.

Von den Entwicklungen in der Türkei profitierten andere, früher unbeliebte Ziele wie Korsika und Skandinavien, glaubt Holger Voigt vom Planegger Reisebüro SWS. Reisen dorthin würden vermehrt nachgefragt, fällt ihm auf. Auch Urlaub in Nachbarländern wie Österreich und in Deutschland selbst sei ein Trend in dem Reisebüro, ebenso auch hier Kreuzfahrten, was Voigt aber teils skeptisch sieht: „Es werden jedes Jahr mehr Kapazitäten bereitgestellt. Wenn ich ein Produkt inflationär immer mehr in der Masse anbiete, kann es aber nicht besser werden“, meint Voigt.

„Genuss-Reisen“ zu Themen wie Kulinarik und Wein, bei denen „das Genießen im Vordergrund steht“, sowie „Aktiv-Reisen“ sind zurzeit beim Planegger Reiseveranstalter Mondius beliebt. „Viele Leute wollen sich mehr bewegen“ und unternähmen Reisen mit Maultieren durch das marokkanische Atlas-Gebirge oder mit dem Hundeschlitten durch Lappland, sagt Geschäftsführerin Anja Fehler. Der Reiseveranstalter organisiert maßgeschneiderte Reisen für Gruppen, die ein Interesse oder Fachthema verbindet. USA-Reisen würden nun „noch interessanter, im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung, auch etwa zum Silicon Valley“, sagt Anja Fehler.

Generell steige das Interesse an den Reisen: „Wir veranstalten derzeit viele Kundenabende, statt 50 bis 60 Teilnehmern begrüßen wir in letzter Zeit 120 bis 140 reiselustige Gäste“, so Anja Fehler.

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