Würmtaler verlieren Olympia aus den Augen

- Grammer, Rüdiger und Paternoster im Pech

VON TILMANN MEHL Würmtal - "Durchwachsen" sei die vergangene Saison gelaufen meint Christine Grammer. Von einem "ganz schlechten Jahr" berichtet Felix Rüdiger. Auch Stefan Paternoster ist mit den vergangenen zwölf Monaten nicht zufrieden. "Zum vergessen" findet er die abgelaufene Saison. Für die drei Würmtaler Top-Triathleten war 2003 es fast schon ein verlorenes Jahr.

Am schlimmsten erwischt hat es dabei Rüdiger. Chronische Achillessehnenprobleme ließen keine vernünftige Vorbereitung auf die Wettkämpfe zu. Bei den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart habe es ihm deswegen an den "Grundlagen gefehlt". Das Resultat daraus war nach eigenen Angaben ein "Rennen unter aller Sau". An die Platzierung kann und will sich Rüdiger nicht mehr erinnern. An die Folgen der verkorksten Saison wird er allerdings noch länger denken: Der Kraillinger wurde aus dem Nationalkader gestrichen. Die Olympischen Spiele in Athen sind daher ein unrealistisches Ziel.

Für den Ausdauersportler geht die Welt deswegen aber nicht unter. Er hat sich andere Schwerpunkte gesetzt. Zum Beispiel sein BWL-Studium in Saarbrücken. Seit dem Wintersemester ist er dort immatrikuliert. Den Sport aus den Augen verlieren wird er deswegen aber nicht. Im kommenden Jahr wird er für den PSV Bonn in der Triathlon-Bundesliga auflaufen. Seine Gefühlslage will er aber nicht mehr ausschließlich vom Sport abhängig machen. "Ich seh` das nicht mehr ganz so verbissen", so Rüdiger.

Etwas schade findet das sein Vereinskamerad Paternoster. "Der Felix hat schon viel Talent", lautet sein Urteil, allerdings klingt es so, als hätte er nicht immer seine Fähigkeiten ausgeschöpft. Paternoster selbst konnte dies im vergangenen Jahr auch nicht machen. Ein Bänderriss zwang ihn dazu, die Saison schon im Juli abzubrechen. Einen Monat vor der Österreichischen und der Deutschen Meisterschaft passierte ihm das Malheur beim Laufen. Zwar trat er bei den beiden Wettkämpfen an, doch mit bescheidenem Erfolg. Während er in Österreich noch als Siebter die Ziellinie übrqueren konnte, so sei er bei der DM "gerade noch so ins Ziel getrudelt". Wie Rüdiger kann auch er sich nicht mehr an seine Platzierung erinnern. Und ebenso wie sein Freund hat auch er den Verein gewechselt. Menschlich habe es nicht mehr gepasst in Riederau, weshalb auch er nach Bonn wechselt. Dort ist sein ehemaliger Mannschaftskamerad Andreas Rester Teamleiter. "Den kenn ich gut. Da werden wir sicherlich viel Spaß haben", freut sich Paternoster auf die kommende Saison.

Mit Freude blickt auch Grammer auf 2004. Nach 2003 kann es nämlich fast nur noch besser werden. Eine Pollenallergie störte die Saisonvorbereitung maßgeblich. Die Erfolge blieben dann auch fast schon erwartungsgemäß aus. Mit dem 29. Rang bei der Triathlon-U 23-EM war sie gar nicht zufrieden. Besser lief es nur auf der Österreichischen Staatsmeisterschaft. Eine "sichere Medaille vor Augen hab` ich den Kopf ausgeschaltet", so die Martinsriederin, und "aus Versehen" eine Laufrunde zu wenig bestritten. Die Folge daraus war die Disqualifikation. Für das kommende Jahr hat sich die aus Österreich stammende Würmtalerin aber wieder einiges vorgenommen. Der nationale U 23-Titel soll es in Österreich schon sein. Außerdem versucht sie sich für das Riederauer Bundesligateam zu qualifizieren. Dies alles soll ihr helfen, um das Fernziel Olympia 2008 zu realisieren. "Das hab ich schon im Hinterkopf", gibt sie zu. Allerdings sei es schwer, auf so lange Sicht zu planen. Schließlich können immer wieder Verletzungen dazwischen kommen. Das wissen die drei spätestens seit diesem Jahr.

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