Zäsur im politischen Tagesgeschäft

- Neujahrsempfang der CSU

VON MARTIN SCHULLERUS Gräfelfing - Die Anlässe sind selten, bei denen die Politik sich und der Gesellschaft eine Zäsur gönnt und den Blick aus den Grabenkämpfen erhebt, um sich ein Bild der globalen Aufgaben zu machen. Wenn die Gräfelfinger CSU zum Neujahrsempfang ruft, ruht für einen Abend parteibeflissener Egoismus, und gemeinschaftliches Denken steht im Vordergrund. Diese Tradition fand am Donnerstag ihre Fortsetzung.

Mehrere hundert Geladene begrüßte Ortsvorsitzender Christoph Göbel im Bürgerhaus - eine Gästeliste, die gespickt war mit Leistungsträgern und Aktiven aus allen Bereichen der Gesellschaft, quer durch Parteien, Institutionen, Verbände und Vereine. So traf es nicht die Falschen, als Polit-Routinier Engelbert Kupka (MdL und CSU-Kreisvorsitzender) in Gräfelfing eine "besonders engagierte Bürgerschaft" lobte. Mit der Bemerkung, nicht zufällig sei hier der erste Hospizverein der Region gegründet worden, leitete Kupka über zur sozial engagierten Festrednerin dieses Abends, Staatsministerin Monika Hohlmeier.

Zuvor hatte Christoph Göbel in seiner Rede in konzentrischen Kreisen die Problemlage auf der Welt, in Deutschland und Bayern angesprochen, um schließlich auf die kritische Finanzlage der Kommunen einzugehen. Göbel: "Nationale, aber auch europäische Finanz- und Wirtschaftspolitik hinterlässt ihre Spuren und gibt den Kommunen als der untersten Ebene der Gemeinschaft neue Aufgaben." Diese erforderten einen "sicheren Blick für die Entwicklung der eigenen Kommune" und die Fähigkeit, Visionen zu entwickeln.

Monika Hohlmeier gelang die Darstellung einer politischen Leistungsschau, die bei aller bayerischen Selbstzufriedenheit frei blieb von giftigen Zwischentönen. Sie pochte auf die Notwendigkeit, die sozialen Sicherungssysteme zu reformieren und den Menschen auch unbequeme Wahrheiten zuzumuten. Nicht zuletzt ein starkes Gemeinwesen in den bayerischen Kommunen verhindere "Zustände wie in Niedersachsen". Allgemein rief sie dazu auf, der Larmoyanz keinen Raum zu geben, sondern "die Ärmel hochzukrempeln, jeder wo er steht".

Im gemütlichen Teil des Abends labten die Gäste sich an Schnittchen, kühlem Doemens-Bier und erfrischenden Gesprächen. An Themen mangelte es diesmal in Gräfelfing erst recht nicht.

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