Bundestagswahl

Zahl der Briefwähler rasant gestiegen

  • Peter Seybold
    VonPeter Seybold
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Rund 28 600 Würmtaler sind bei der Bundestagswahl an diesem Sonntag wahlberechtigt. Gut 16 500 davon hatten bis Dienstag schon Briefwahl beantragt. Die Briefwähler haben insgesamt stark zugenommen – und in allen Gemeinden auch die Zahl der Wahllokale.

Würmtal – Die noch nicht beendete Corona-Ausnahmesituation hat auch Auswirkungen auf die diesjährige Bundestagswahl. Während mit 28 600 Bürgern die Zahl der Würmtaler, die bei der Wahl abstimmen dürfen, sich im Vergleich zu vor vier Jahren nur wenig geändert hat, nahm die Anzahl der Briefwähler sehr stark zu. In Gräfelfing beantragten bis Freitag knapp 6000 Bürger von 9749 Berechtigten Briefwahl, bei der letzten Wahl waren es nur rund 3700 gewesen. In Planegg nahm bis Dienstag die Zahl der Briefwahlanträge um rund 1000 auf 4069 bei circa 7400 Wahlberechtigten zu, in Krailling waren es mit 3192 Anträgen 58 Prozent der Wahlberechtigten – „bei der letzten Bundestagswahl waren wir noch bei 36 Prozent“, berichtet Rathaus-Geschäftsführer Franz Wolfrum. Auch in Neuried stiegen die Anträge von 2236 auf 3439 stark an (5962 Wahlberechtigte).

In allen Gemeinden lag der Anteil der Briefwähler damit bereits einige Tage vor dem Wahlsonntag bei deutlich über der Hälfte derjenigen, die bei der Abstimmung mitmachen dürfen. „Die Briefwahl hat in den letzten Jahren stetig zugenommen, ein direkter Zusammenhang mit Corona ist aber sicherlich nur bedingt zu verzeichnen“, meint Planeggs Wahlleiterin Marion Wedershoven. Nach ihrer Einschätzung und der der anderen Würmtaler Wahlleiter liege die starke Zunahme wohl auch daran, dass viele Bürger durch die verpflichtende Briefabstimmung bei den Stichwahlen der letzten Kommunalwahlen „auf den Geschmack“ gekommen seien. „Früher musste man auch noch einen Grund angeben, was ja entfallen ist. Für viele ist es einfach bequemer, in Ruhe von zu Hause aus zu wählen“, vermutet Wedershoven.

Durch die deutlich höhere Zahl von Briefwählern hat ein Teil der Gemeinden auch die Zahl der Briefwahllokale erhöht. Gräfelfing hat zum Beispiel bei dieser Wahl sowohl zehn Brief- als auch Urnenwahllokale. Krailling hat jeweils sechs Brief- und Urnenwahllokale, Planegg neun Urnen- und 13 Briefwahlbezirke, Neuried je acht – hier wurden allerdings bereits seit der Kommunalwahl die Urnenwahllokale aufgestockt, um ein Gleichgewicht herzustellen. „Bei der Bundestagswahl verwenden wir auch die gleiche Straßenaufteilung wie bei der letzten Kommunalwahl“, erklärt Neurieds Wahlleiter Alois Sailer.

Dadurch werden auch mehr Wahlhelfer benötigt: Für die Gemeinde Planegg sind mit rund 200 Helfern heuer 40 mehr im Einsatz. Neuried hat 135 Wahlhelfer, Krailling rund 110, Gräfelfing etwa 140.

Die Wahlleiter erwarten auch, dass sich durch die vielen Briefwähler die Auszählung der Stimmen wohl etwas verlängern wird. In den Wahllokalen gelten gemäß den allgemeinen Vorgaben die üblichen Corona-Hygieneregeln, nicht aber etwa die „3G-Regel“. Diese Vorgabe sei im Gegensatz zu anderen Gemeinden außerhalb des Würmtals bisher kein Thema bei den Helfern oder Bürgern gewesen. „Für uns ist die Bundestagswahl eigentlich gar keine große Ausnahmewahl, da wir und die Bürger mit den Hygiene-Maßnahmen mittlerweile ja schon Übung haben“, sagt Gräfelfings Wahlleiterin Petra Hierl-Schmitz. Durch die Zunahme der Briefwähler kämen gleichzeitig weniger Leute in die Wahllokale selbst.

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