Ein Zeichen des Willkommens

Planegg - Hunderte Würmtaler haben am Dienstag ein Zeichen gesetzt. Gemeinsam mit den Flüchtlingen, die im Feodor-Lynen-Gymnasium untergebracht sind, feierten sie.

Die ersten Asylbewerber waren kaum in die Notunterkunft in einer der beiden Turnhallen des Gymnasiums eingezogen, da stand für die katholische Pfarrei St. Elisabeth und die evangelische Waldkirchengemeinde fest, dass man sie mit einem Fest willkommen heißen wollte.

Zwei Wochen blieben, um das Fest auf dem Planegger Marktplatz zu stemmen. Unter der Leitung von Pia-Maria Heizer, der ehemaligen Pfarrgemeinderatsvorsitzenden von St. Elisabeth, und Natalie Wöhrle vom Kirchenvorstand der Waldkirche, nahm das Projekt schnell Gestalt an. „In wunderbarer Zusammenarbeit nach guter Planegger Art“, wie Heizer sagte. Die Gemeinde Planegg stellte die Logistik, das Zelt mit Biertischgarnituren für 300 Personen sowie das Geschirrmobil. Die katholische und evangelische Kirchenjugend übernahm den Betrieb von Geschirrmobil, Getränkeständen und Grill. Das Waldsanatorium Krailling spendierte die Getränke und die Saris, die das gleichnamige Feinkostgeschäft in Krailling besitzen, mobilisierten Familienangehörige und Freunde, um ein meterlanges Büfett zusammenzustellen - ebenfalls unentgeltlich. Pizza, Lauchkuchen, Kartoffelsalat, Nudelsalat, Bohnensalat aus dem Senegal, haufenweise frische Früchte, dutzende Kuchen und vieles mehr warteten auf zwei langen Tischreihen auf hungrige Besucher.

Pfarrer Bernhard Liess von der Waldkirche und Pfarrer Anicet Mutonkole von St. Elisabeth begrüßten die Gäste auf Deutsch, Englisch und Französisch. Mutonkole wünschte allen, „dass wir einander wahrnehmen und miteinander ins Gespräch kommen“. Mutonkole weiter: „Es ist ein zentrales Anliegen unseres Glaubens, dass Fremdlinge Schutz genießen.“ Liess dankte dem Helferkreis Asyl, „ohne den die gegenwärtige Situation nicht zu bewältigen wäre“. 200 Flüchtlinge, alles junge Männer, sind in der FLG-Halle untergebracht.

Damit möglichst viele seiner Rede folgen konnten, hatte sie Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann neben Englisch und Französisch auch auf Arabisch übersetzen lassen. „Mit Ihrem Kommen zeigen Sie alle Ihre Bereitschaft, unsere Gäste aus der Turnhalle willkommen zu heißen“, wandte er sich an die Einheimischen. An die Flüchtlinge appellierte er in Anbetracht der beengten Situation in der Notunterkunft: „Sehen Sie Ihren Nachbarn als Bruder an.“ Hofmann weiter: „Ich glaube, Sie haben alle einen Traum. Sie alle haben die Hoffnung auf ein besseres Leben und eine gute Zukunft.“ Die Asylbewerber verlassen das FLG Mitte September. „Vielleicht kehren Sie in einigen Monaten nach Planegg zurück“, so Hofmann. Dann, wenn die geplanten Flüchtlingsunterkünfte fertiggestellt seien.

Zwischen den Reden sang der Gospelchor St. Elisabeth. Als der offizielle Teil beendet war, packte Thomas Schaffert, Leiter der Musikschule Planegg-Krailling, afrikanische Trommeln aus. Spätestens da war das Eis gebrochen, Flüchtlinge trommelten und tanzten, Einheimische klatschten begeistert Beifall. Später am Abend, als das Fest am Ausklingen war, sah man überall auf dem Markplatz Menschen im Gespräch, bunt gemischt, zu zweit, zu dritt oder in größeren Gruppen. Genau so, wie es sich die Pfarrer erhofft hatten.

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