Zukunft des Kreisjugendrings scheint vorerst gesichert

- Jugendhilfeausschuss einigt sich auf Kompromisspaket

VON ULRICH LOBINGER Landkreis München - Dass man trotz einer angespannten Situation vernünftig miteinander umgehen kann, zeigten jetzt die Vertreter des Kreisjugendrings (KJR) München-Land und der Landkreis. Um das 14,5 Millionen Euro große Loch im Landkreis-Haushalt 2004 teilweise zu stopfen, präsentierte Landrat Heiner Janik (CSU) einen Kompromiss, der die Streichung von Fördermitteln für den KJR in Millionenhöhe vorsieht. Am Dienstag einigten sich der Jugendhilfeausschuss und die Spitze des KJR auf den Vorschlag, der für die Arbeit des Jugendrings einen gewaltigen Einschnitt bedeutet.

Der Kompromiss, den Janik mit der KJR-Führung in der Vorwoche ausgearbeitet hatte, sieht die Reduzierung der Förderung der Personalkosten von 50 auf 25 Prozent vor. Bisher hatten Landkreis und Kommunen die Kosten für die Personalförderung zu jeweils 50 Prozent getragen (wir berichteten). Geht es nach dem Willen des Jugendhilfeausschusses, dann sollen die Gemeinden in Zukunft 75 Prozent der Kosten tragen.

"Der Kreisjugendring hat bereits zu einigen Gemeinden Kontakt aufgenommen und ist auf positive Resonanz gestoßen", berichtete Johannes Merkl, Vorstandsmitglied des KJR. "Ob die Gemeinden diese Kosten wirklich tragen werden, entscheiden letztlich die Gemeinderäte", warnte Janik vor voreiliger Freude. Nicht alle Abgeordnete konnten sich jedoch mit der Lösung anfreunden. "Das ist ein fauler Kompromiss. Wir sparen nicht, wir verschieben nur die Ausgaben. Der KJR leistet wichtige Arbeit, die nicht eingeschränkt werden sollte", monierte Sabine Würthner (FDP). Daraufhin warf Janik der FDP-Fraktion vor, keinerlei Vorschläge zur Lösung der finanziellen Misere zu geben. "Nicht nur beim Jugendring sind Arbeitsplätze gefährdet. Wir sollten froh sein über den Kompromiss", stellte Ulrike Beck (CSU) klar.

Der zweite Teil des Kompromisses sieht eine Kürzung des so genannten Restzuschusses für den KJR vor. 5 Prozent werden im nächsten Haushaltsjahr gekürzt, dafür erhält der KJR ein Darlehen in Höhe von knapp 330 000 Euro, um Liquiditätsengpässe zu überwinden. Das Darlehen muss der Jugendring zinsfrei bis `08 zurückzahlen.

"Wir wollen in diesen schwierigen Zeiten auch unseren Beitrag leisten", erklärte Merkl. Mit dem Entgegenkommen hofft die Spitze des KJR, in Zukunft von Sparmaßnahmen ausgenommen zu werden. Der Kreistag wird in seiner Sitzung am 29. September über die Entscheidung des Jugendhilfeausschusses beraten.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Christkindlmärkte heuer allenfalls im Kleinformat
Christkindlmärkte heuer allenfalls im Kleinformat
Corona bremst Temposünder nicht
Corona bremst Temposünder nicht
Bürgerbegehren: 1100 Unterschriften gesammelt
Bürgerbegehren: 1100 Unterschriften gesammelt

Kommentare