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Bauamtschefin Elisabeth Breiter und Bauleiter Rolf Unser vor dem Gräfelfinger Waldorf-Kindergarten. Das Haus an der Rottenbucher Straße ist seit 2010 das Domizil der Kinderbetreuungseinrichtung.

Nach Kündigung

Zukunft des Waldorfkindergartens ungewisser denn je

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Gräfelfing – Die Zukunft des Waldorfkindergartens dürfte die Gemeinde Gräfelfing noch eine Weile beschäftigen. Bei der Kündigung bleibt es aber.

Auf CSU-Antrag diskutierte der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung nochmal ausführlich über Alternativen zu der erteilten Kündigung der Immobilie in der Rottenbucher Straße. Von der Kündigung rückt die Gemeinde nicht ab. Doch hat die Bürgermeisterin nun das Mandat, ein neues Angebot zu verhandeln.

Die CSU hatte die neuerliche Diskussion mit der Begründung beantragt, die Kündigung des Mietvertrages zum 31. August löse nicht nur großen Unmut aus, sondern werfe auch mehr Probleme auf, als sie löse. „Die Auswirkungen wurden insoweit falsch eingeschätzt“, so die Kritik der CSU vor allem an Bürgermeisterin und Verwaltung.

Denn mittlerweile zeigt sich, dass die von der Gemeinde angebotene Alternative, den ehemaligen Kindergarten in der Riesheimer Straße zu übernehmen, für den Waldorfkindergarten nicht in Frage kommt. „Der Kindergarten Riesheimer Straße ist für uns keine Alternative“, bekräftigte Julia Rethfeld, eines der Vereinsmitglieder, gestern im Merkur-Gespräch: „Es ist hanebüchen, dass eine Gemeinde wie Gräfelfing uns so ein heruntergekommenes, zu kleines Ding anbietet.“ In der Tat hätte die Spielgruppe des Waldorfkindergartens dort keinen Platz mehr; der Verein will jedoch aus pädagogischen und wirtschaftlichen Gründen nicht darauf verzichten.

Die CSU-Fraktion hatte als Ziel angegeben, den Betrieb „zu sichern unter der Auflage möglichst einer Vollauslastung der genehmigten Plätze im Gebäude“. Das wären 75 Kindergartenplätze; den Kindergarten besuchen aktuell 62 Kinder; knapp die Hälfte von ihnen sind allerdings nicht Gräfelfinger. Christine Wendl, Pressebeauftragte des Vereins, verweist darauf, dass ab Herbst 2016 ohnehin eine bessere Auslastung der Plätze geplant gewesen sei. Dies habe die Gemeinde gewusst. Auch habe man der Gemeinde angeboten, die offenen Plätze mit einer kommunalen Gruppe im Dachgeschoss zu belegen – vergeblich.

Der nun beschlossene Ansatz sieht vor, dass die Gemeinde dem Verein ein Grundstück zur Erbpacht anbieten soll, auf dem der Waldorfkindergarten ein Gebäude errichten kann. Der Verein ist nicht grundsätzlich abgeneigt, doch nennt Wendl die von der Kommune geforderte Erbpacht für das Grundstück in der Friedenstraße von über 50 000 Euro pro Jahr „horrend“. Zumindest bleiben beide Seiten diesbezüglich im Gespräch.

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