Hier sollen weitere Obdachlose unterkommen: Die leer stehende Gemeindeimmobilie in der Bräuhausstraße 12. höf

Zweite Obdachlosenunterkunft notwendig

Planegg - Momentan droht mehreren Planegger Familien die Obdachlosigkeit. Das Rathaus lässt deshalb eine Immobilie in der Bräuhausstraße notdürftig herrichten.

„Das Würmtal ist nicht mehr das Paradies früherer Tage. Immer mehr Menschen geraten in eine finanzielle Schieflage“, sagt Martin Götz, Leiter des Planegger Ordnungsamtes und damit verantwortlich für die Belegung der Obdachlosenunterkunft in der Pasinger Straße 25. Der Wandel in Planegg, den Götz seit Jahren beobachtet, drückt sich aus in den steigenden Fällen von Obdachlosigkeit. Vermehrt seien auch Familien betroffen, berichtet Götz. Oft kann Angela Pfister-Resch, Leiterin der AWO-Wohnungsnotfallhilfe, in letzter Sekunde helfen und die Räumung einer Wohnung abwenden oder eine neue Unterkunft auftun. „Die Frau ist fantastisch“, sagt Götz, „ohne sie bräuchten wir wahrscheinlich drei Obdachlosenunterkünfte.“

Doch trotz des vielfachen Erfolgs von Pfister-Resch gibt es immer mehr Fälle von Obdachlosigkeit. Die Unterkunft in der Pasinger Straße 25 in Planegg ist deshalb fast immer belegt, derzeit mit 18 Personen, die Hälfte Kinder. Durch den ständigen Austausch mit dem Sozialnetzwerk Würmtal-Insel und Gesprächen mit Pfister-Resch weiß man im Rathaus, dass demnächst Planegger Familien ihre Wohnung verlieren könnten. „Das bahnt sich an“, sagt Rathaus-Geschäftsführer Stefan Schaudig. Da die Obdachlosenunterkunft voll ist, entschloss sich die Gemeinde vor den Weihnachtsfeiertagen dazu, die Immobilie in der Pasinger Straße 12 soweit herzurichten, dass dort Menschen einziehen können. Bevor es die Unterkunft in der Pasinger Straße gab, waren dort die Planegger Obdachlosen untergebracht.

Das Haus ist in desolatem Zustand und steht seit Jahren leer. Im Sommer 2014 bot das Rathaus dem Landratsamt München die Immobilie an, um dort Asylbewerber unterzubringen. Das Landratsamt lehnte jedoch ab mit der Begründung, die Sanierung wäre zu teuer. Zwar ist die Bausubstanz in Ordnung, es gibt jedoch keine Heizung, und die Zimmer und Bäder sind marode.

Derzeit sind mehrere Firmen damit beschäftigt, die sechs Räume samt Bad und WC im Erdgeschoss in einen menschenwürdigen Zustand zu versetzen. 40 000 Euro nimmt das Rathaus dafür in die Hand. Eine Luxussanierung ist dies nicht. Ende Januar soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein. Bis zu zehn Personen werden dann dort Platz finden. Auf Dauer hat die Gemeinde allerdings andere Pläne mit dem Gebäude. „Es wird uns nur vorübergehend als Puffer dienen, falls tatsächlich viele Menschen obdachlos werden“, sagt Schaudig.

Das Rathaus will die Wohnungslosen künftig aufteilen. In der angenehmeren, erst vor einigen Jahren für viel Geld sanierten Unterkunft in der Pasinger Straße sollen vor allem Familien wohnen, in der Notlösung Bräuhausstraße Einzelpersonen, vornehmlich Männer. Im Rathaus hofft man, dass der Zustand des Hauses als kleine Motivationshilfe wirkt, sich doch um eine Wohnung auf dem freien Markt zu bemühen. Einige jüngere Kandidaten fühlen sich aus Sicht der Gemeinde etwas zu wohl in der eigentlich als Übergangsunterkunft gedachten Pasinger Straße und haben sich mit ihrer Situation arrangiert.

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