Engagementpreis für vier Initiativen in MV

Die Corona-Pandemie hat die Arbeit der Vereine und Initiativen massiv beeinträchtigt. Doch vielerorts hat sie auch den Ehrgeiz angestachelt, Gutes für die Gemeinschaft zu tun. Für herausragende Initiativen in Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine Ehrung.

Güstrow/Greifswald - Ob der Dorfgarten für alle, die Suppenküche als Treffpunkt oder der mit Kultur gefüllte Raum - ehrenamtliches Wirken ist auch unter Pandemiebedingungen nicht zum Erliegen gekommen. Die Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern hat am Samstag in Greifswald erneut herausragende Initiativen im Land ausgezeichnet. „Auch, wenn wir in den letzten Monaten äußerlich auf Abstand gehen mussten, sind es die Engagierten im Land gewesen, die den Zusammenhalt und die Gemeinschaft aufrecht erhalten haben“, betonte die Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Hannelore Kohl, anlässlich der Prämierung.

Die Preise sind mit insgesamt 12.000 Euro dotiert und wurden von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) übergeben. „Die ausgezeichneten Beispiele zeigen, wie vielfältig und tief verwurzelt das Ehrenamt bei uns im Land ist. Sie zeigen, wie Ehrenamtliche ganz praktisch anderen Menschen helfen. Jeden Tag. Und wie sie langfristig und nachhaltig Netzwerke bilden, Angebote aufrechterhalten, Partner gewinnen und Zusammenhalt stiften“, sagte Schwesig laut Mitteilung anlässlich der Verleihung des Engagement-Preises in Greifswald.

Geehrt würden besondere Orte des Zusammenhalts. Allen Einschränkungen zum Trotz hätten Engagierte Wege gefunden, miteinander verbunden zu bleiben und den Zusammenhalt im Land herzustellen, hieß es. Aus 76 Bewerbungen habe eine Fach-Jury drei Preisträger ausgewählt, der vierte sei vom Publikum per Online-Abstimmung bestimmt worden.

Schwesig, die auch Vorsitzende des Stiftungsrats ist, würdigte das Engagement der Preisträger. Sie zeigten mit ihrem Wirken beispielhaft, dass Gemeinschaft durch Zusammenarbeit und Begegnung entstehe. Damit würden besondere Begegnungsorte geschaffen, „an denen Demokratie gelebt wird“, erklärte Schwesig.

In der Kategorie „Engagement eingebracht - Demokratie. Stark. Machen.“ erhält der Treffpunkt Suppenküche der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Doberan den Preis. Die Einladung zum Essen und zur Mitarbeit dort gelte bedingungslos. Alle seien willkommen, niemand müsse Bedürftigkeit nachweisen. „Diese Bedingungslosigkeit hat eine große Vielfalt der Gäste und Mitarbeitenden zur Folge“, heißt in der Begründung. So sitze der Wohnungslose neben dem Urlauberpärchen, die junge syrische Mutter neben einem Mitarbeiter der Kreisverwaltung und einer Gruppe Schulkinder.

In der Kategorie „Engagement lokal gemacht - Räume. Neu. Beleben.“ wird der Backstein Geist und Garten e.V. in Starkow (Vorpommern-Rügen) geehrt. In dem kleinen Dorf wachse ein Garten von allen für alle. Seit Dorfbewohner vor 20 Jahren begonnen hätten, den zugewachsenen Pfarrgarten wieder freizulegen, sei dort nicht nur eine Oase im historischen englischen Landschaftsstil entstanden, sondern auch ein Nutzgarten mit regionalen Kräutern und Gemüse. Garten und Haus seien heute Treffpunkt für gemeinsame Projekte, Kurse, Kunst und Kultur. „Hier wird gemeinschaftlich etwas geschaffen, das wächst und gedeiht“, hieß es.

In der Kategorie „Engagement neu gedacht - Gemeinwohl. Innovativ. Schaffen.“ ist die Initiative „Leben und Kultur“ LuK e.V. in Dömitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Gewinnerin. Einwohner und Vertreter verschiedener Vereine hätten dafür gesorgt, das Leben in Stadt und Umland mit Kultur anzureichern. Auf diese Weise seien die Dömitzer Musiknacht, die Theateraufführungen an der Elbe vom Deck des „Traumschüff“ und Dömitz singt entstanden. Spendengelder, die bei diesen Aktionen eingenommen würden, seien wieder für die Kultur eingesetzt worden.

Der Publikumspreis, für den 22 Bewerber nominiert worden waren, geht an das Engagementnetzwerk Neustrelitz. Dieser Zusammenschluss war den Angaben zufolge erst im Herbst 2020 gebildet worden, um unter den Bedingungen der Corona-Pandemie Vereine, Organisationen und engagierte Bürger zu vernetzen und rasch auf Problemlagen reagieren zu können.

Die Preisgelder sind von Unternehmen gestiftet worden, die in Mecklenburg-Vorpommern aktiv sind. Jeder der vier Preisträger erhält 3000 Euro. dpa

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