IG-Metall-Protestaktion
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Mehr als 150 Mitarbeiter sind dem Aufruf der IG Metall gefolgt.

IG Metall sorgt sich um Wirtschaftlichkeit von ZF-Werk Laage

Mit einer Kundgebung vor dem Tor des Werks des Autozulieferers ZF Friedrichshafen in Laage hat die IG Metall am Donnerstag gegen die Verlagerung von Produktionslinien nach Portugal demonstriert. Mehr als 150 Mitarbeiter beteiligten sich laut den Veranstaltern an der Aktion und spannten symbolische Schutzschirme auf. Dass die Zahl der Teilnehmer deutlich geringer war als zunächst angekündigt, führt die Gewerkschaft auf die Kurzarbeit zurück.

Laage - Der Anteil liege am Standort noch bei 30 Prozent.

In Laage werden seit 25 Jahren Gasgeneratoren für Airbags hergestellt. Die Gewerkschaft sorgt sich, dass nach und nach immer mehr Teile der Produktion verlagert werden und der Standort insgesamt irgendwann nicht mehr wirtschaftlich sei, hieß es von Stefan Schad, Geschäftsführer der IG Metall Rostock. ZF hatte angekündigt, Anfang September über die Verlagerung entscheiden zu wollen. Zeitgleich mit der Kundgebung tagt der Wirtschaftsbeirat des zuständigen Unternehmensbereichs. Ein ZF-Sprecher erwartete jedoch noch keine Entscheidung am Donnerstag.

Das Unternehmen stellte jedoch klar, es gehe bei den Überlegungen nicht um betriebsbedingte Kündigungen. Jedem der bis zu 50 Mitarbeiter in Laage werde im Falle der Verlagerung ein gleichwertiger Job am Standort angeboten. Insgesamt sind 620 Mitarbeiter in Laage beschäftigt. „Da wir mit einem moderaten Wachstum rechnen, können wir insgesamt die Beschäftigung am Standort stabil halten“, hieß es. Der Bereich der Sicherheitstechnik sei unabhängig vom Antrieb stark nachgefragt. ZF beschäftigt (Stand 2020) weltweit mehr als 150.000 Mitarbeiter, fast die Hälfte davon in Europa.

Gewerkschaft und Betriebsrat sind der Ansicht, dass sich die Verlagerung ins portugiesische Ponte de Lima nicht rechnet. Es dauere fünf Jahre, bis sich die Kosten amortisiert hätten, sagte Schad. Ein ZF-Sprecher wollte hierzu keine Angaben machen und begründete den Schritt mit einem „Mix aus wirtschaftlichen und strategischen“ Erwägungen. Mit einer möglichen Verlagerung verbessere ZF seine Wettbewerbsfähigkeit.

Gewerkschafter Schad verwies indes auf das Lenkrad-Werk im fränkischen Aschaffenburg. Hier habe der Stellenabbau solange angehalten, bis keine Produktion mehr am Standort übriggeblieben sei. Das Werk gehörte - wie auch das in Laage - vormals zum amerikanischen Autozulieferer TRW, der 2015 von ZF übernommen wurde. Ebenfalls zu TRW gehörte auch das ZF-Werk im bayerischen Aschau. Laut ZF-Sprecher ist eine Verlagerung von Produktionslinien in Bayern im Moment nicht im Gespräch. dpa

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