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Länderspiel Deutschland gegen Holland. Screenshot aus PES 2012 von Konami.

PES 2012: Der große Test

München - Fans von Fußball-Simulationen sind dieser Tage wieder aus dem Häuschen: Das neueste Spiel der Reihe "Pro Evolution Soccer" ist da. Zum großen Test von PES 2012:

Es wird Herbst und da kehren nicht nur der morgendliche Nebel und das Laub auf den Straßen wieder, sondern auch die jährliche Referenz in Sachen Fußballsimulation: Nämlich der aktuelle PES-Titel.   

Schon der Vorgänger PES 2011 setzte auf verbesserte Steuerung und noch realistischeres Gameplay, um sich gegen die Konkurrenz aus dem Hause FIFA abzugrenzen. Die punktet bekanntlich mehr mit Lizenzen und Arcade-Feeling.

Zunächst fällt bei PES 2012 auf, dass nicht mehr Lionel Messi, sondern Christiano Ronaldo das Cover ziert. In Japan wurde Messi übrigens durch den BVB-Spieler Shinji Kagawa ersetzt.

In Sachen Grafik hat einiges getan: Die Gesichter der Spieler wirken noch detaillierter und lebensechter. Schon faszinierend, wie realistisch etwa die Bayern- und DFB-Stars Thomas Müller und Manuel Neuer aussehen. Was dagegen Zuschauerraum passiert, wirkt deutlich blasser. Die Animationen der Zuschauer bleiben weiter verbesserungswürdig. Allerdings tobt des Leben am Rande des Spielfeldes: Ordner drehen ihre Runden, Kamerateams wuseln herum und Trainer gestikulieren wie von der Tarantel gestochen.

Screenshots aus PES 2012

Screenshots aus PES 2012

Was den Sound angeht, so sind vor allem die Kommentatoren Hansi Küpper und Wolff-Christoph Fuss hervorzuheben. Beide lockern das Spielgeschehen mit passenden Kommentaren auf. Allerdings kennt man die Sprüche der beiden nach einiger Zeit in- und auswendig. Die Fangesänge kommen ein wenig lahm und monoton rüber. Ein magischer Moment ist es dafür immer, wenn die Teams zu den Klängen der Champions-League-Hymne einlaufen.

Was die Lizenzen angeht, so hat die PES-Reihe weiter zuglegt. Trotzdem bleiben noch viele Wünsche übrig. Wer Fan von Bayern München und Bayer Leverkusen ist, darf sich freuen: Die Kader der beiden Mannschaften sind in diesem Spiel vertreten. Das wars dann aber auch schon in Sachen Bundesliga. Der amtierende Meister Dortmund fehlt.

Wer sich für die spanische Primera Division begeistert, darf jubeln: Alle Clubs dieser Liga sind mit dem kompletten Kader vertreten. Aus der Premier League sind dagegen nur Manchester United und Tottenham Hotspurs geboten.

Was die Nationalmannschaften angeht, so sind die Großen Europas mit allen Spielerlizenzen vertreten: Deutschland, Spanien, Holland, Portugal, Italien, Frankreich und England. Die zweite Garde des europäischen Fußballs wie Belgien oder Österreich tritt mit Fantasiekickern an. Argentinien ist komplett lizenziert. Brasilien dafür nicht.

PES-Veteranen wird es besonders freuen, dass das Challenge Training zurückgekehrt ist. In diesem Modus kann der Spieler seine Fähigkeiten im Angriff und in der Verteidung verbessern. Wie im echten Fußballtraining geht es hier um Techniktraining und das Perfektionieren der Ballführung. In Mini-Games muss man um Hütchen dribbeln oder bei einem Freistoß den Ball an der Mauer vorbei in einen bestimmten Bereich des Tors schießen. Diese Minispiele motivieren ungemein!

Großen Wert legte Konami auf die Verbesserung der künstlichen Intelligenz. Das merkt man gerade in Zweikämpfen, wenn die gegnerischen Verteidiger deutlich klüger agieren aber auch am Verhalten der eigenen Mitspieler, deren Laufwege wesentlich weitischtiger wirken als in PES 2011. Zuweilen ziehen die Teamkameraden sogar gegnerische Verteidger auf sich, damit man selbst mehr Raum bekommt. Toll!

Außerdem ist das Spieltempo hoch und die Pässe kommen präzise an. Was dazu führt, dass man hervorragenden Offensivfußball spielen kann und dafür mit vielen Torchancen und Treffern belohnt wird. Die Animationen der Spieler sind einfach klasse. Gerade in den Zeitlupen-Wiederholungen wirken die Bewegungen äußerst realistisch.

Das neue Teammate-Control-Feature ermöglicht es nun, zusätzlich einen zweiten Feldspieler zu kontrollieren. Taktikfüchse wissen den Vorteil rasch zu schätzen: Während man durch die Mitte aufs Tor dribbelt, schickt man gleichzeitig den Teamkameraden vors Tor. Dann spielt man den Ball ab: Pass, Annahme, Schuss, Treffer! Ein Kinderspiel sind solche Kombinationen aber nicht: Bis man ein tolles Zusammenspiel à la Klose und Poldi beherrscht, heißt es: Üben, üben, üben! Auch wieder dabei: Das Antäuschen von Torschüssen.

Fazit:

Überragende Spielbarkeit, intuitive Steuerung, schneller Spielfluss, tolle Grafik und lebendigere sowie klügere Kicker: Das sind die Vorzüge von PES 2012, die das Spiel wieder zur besten Fubßballsimulation aller Zeiten machen.

Die Frage aller Fragen für Fußball-Gamer "FIFA oder PES?", kann man heuer wieder so beantworten wie eigentlich jedes Jahr: Wer auf Lizenzen und Arcade-Feeling steht, wird zu FIFA greifen. Wer sich für Fußballsimulationen begeistert, wird PES bevorzugen. The same procedure as every year, sozusagen.

Genre: Fußball-Simulation

Hersteller: Konami

Für: Playstation 3, Xbox 360 und PC (ab 29. September).  PSP und Playstation2 (ab 27. Oktober) und Nintendo Wii (ab 3. November).

Altersfreigabe: Keine Altersbeschränkung

fro

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