Abenteuer Pflege in Australien

- Wer heutzutage studiert, sollte auch einmal ins Ausland gehen. Die meisten Studenten besuchen für sie wichtige Seminare und pauken für die Prüfungen. Aber es geht auch anders: Zwei junge Frauen aus dem Studiengang Pflegemanagement der Katholischen Stiftungsfachhochschule (KSFH) München waren vor kurzem mehrere Monate in Australien. Dort sammelten die gelernten Krankenschwestern praktische Erfahrungen im Management und im australischen Gesundheitssystem.

<P>"Ich wollte in ein Land, dessen Gesundheitssystem dem deutschen sehr ähnlich ist, gleichzeitig aber multikulturell geprägt ist", begründet Birgit Kennerknecht ihre Entscheidung. Die Betreuung für sie und ihre Studienkollegin Kordula King wurde deshalb kurzerhand per E-Mail durchgeführt. <BR><BR>Kordula King arbeitete vier Monate in Sydney bei einem Unternehmen, das Qualitätsstandards für Gesundheitseinrichtungen zertifiziert. Sie betreute unter anderem die Entwicklung von Standards in der Palliativpflege (Pflege unheilbar Schwerstkranker). <BR><BR>"Ich hätte es sicher auch einfacher haben können, aber ich wollte diese Verantwortung übernehmen", sagt die 27-Jährige. Zusätzlich arbeitete sie noch als "nurse assistant" in einem Klinikum.<BR><BR>Birgit Kennerknecht (29) war in der Pflegedirektion eines Krankenhauses in Sydney eingesetzt und half bei Trainingsprogrammen und Teamentwicklung. "In Australien sind alle Pflegekräfte akademisch ausgebildet", sagt Kennerknecht. Die Bezahlung wirkt sich allerdings nicht darauf aus: Eine Krankenschwester verdient in "Down under" etwa soviel wie in Deutschland. "Dafür haben Pflegekräfte aber viel mehr Kompetenzbereiche und werden gesellschaftlich hoch angesehen", meint sie. Im Durchschnitt betreue eine Schwester fünf Patienten. <BR><BR>Positiv fiel den beiden Studentinnen auf, dass in Australien hierarchische Strukturen nicht so ausgeprägt sind wie in Deutschland. Auch die Einführung von Qualitätsstandards sei wesentlich einfacher. "Bei uns wird so etwas oft als Bedrohung empfunden", sagt King. Ihre Studienkollegin war auch über die Behandlung von Ausländern verblüfft: "Jedes Krankenhaus muss nachweisen, dass Gesundheitsleistungen für alle Volksgruppen zugänglich sind", berichtet Kennerknecht. So sei es auch kein Problem, wenn eine muslimische Frau auf der Tradition besteht und unmittelbar nach der Geburt ihrem Neugeborenen einen Löffel Honig gibt. <BR><BR>Die Privatsphäre des Patienten wird in australischen Kliniken respektiert, auch wenn der Patient kein eigenes Zimmers bekommt: "Jedes Bett wird durch Vorhänge abgetrennt", erzählt King. Allerdings gebe es keine Türen, und auch der Nachtdienst verlaufe oft lärmend: "Auf der Station nachts oft nicht schlafen zu können, ist ganz normal."</P><P><BR> </P>

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