Achtung! GEMA-Trojaner - Tipps für Betroffene

München - Schock beim Einschalten des Computers. Es erscheint ein Warnhinweis der GEMA, des BKA oder der Bundespolizei. Was steckt dahinter. Die wichtigsten Tipps für Betroffene:

Plötzlich erscheint auf dem Rechner ein bildschirmfüllender Warnhinweis der GEMA, des BKA oder der Bundespolizei mit Texten wie „Sie haben Raubkopien heruntergeladen. Der Zugang zu Ihrem Computer wurde gesperrt.“ Windows lässt sich nicht mehr starten – und freigeben wollen die angeblichen Behörden, die in Wahrheit Internet-Kriminelle sind, den PC nur gegen Zahlung von 50 Euro per Online-Überweisung. Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen.

Soll ich bezahlen?

Auf keinen Fall – das ist bei einer solchen Erpresser-Software genau die falsche Reaktion. Denn bei der Sperre handelt es sich um einen besonders bösartigen Trojaner, der gleich dreifach gefährlich ist. Einerseits sind Sie um 50 Euro ärmer – und andererseits installieren sich nach der Freigabe Ihres Rechners häufig neue Viren oder Trojaner. Zudem können durch die Bezahlung Ihre Bankdaten in falsche Hände geraten. GEMA & Co. haben übrigens technisch gar nicht die Möglichkeit, Ihren Rechner aus der Ferne zu sperren.

Wie bekomme ich meinen Computer wieder in Gang?

Das ist relativ einfach. Sie brauchen dazu allerdings einen zweiten Rechner, mit dem Sie Zugriff aufs Internet haben. Mit diesem Rechner laden Sie sich ein kleines Rettungsprogramm herunter, das meist Rescue-CD heißt und kostenlos ist. Damit Sie sich nicht erneut einen Schädling einfangen, sollten Sie das Rettungsprogramm aus einer sicheren Quelle laden, zum Beispiel vom Fachmagazin Chip (http://goo.gl/2aT8). Halten Sie eine Leer-CD bereit, denn das Programm schreibt eine Daten-CD, die Sie anschließend in Ihren infizierten PC schieben. Starten Sie den befallenen Rechner neu. Dann sorgt die Software meist dafür, dass der Computer wieder funktioniert. Bisweilen taucht die Warnmeldung später erneut auf – dann müssen Sie die Prozedur wiederholen oder ein anderes Rettungsprogramm ausprobieren. Die Links dazu stehen ebenfalls auf der Chip-Seite. Für Computer-Profis gibt’s noch eine kompliziertere, aber auch effektivere Anleitung zum Beseitigen des Trojaners (http://goo.gl/RMMFx).

Die kuriose Beziehung der Deutschen zum Computer

Die kuriose Beziehung der Deutschen zum Computer

Wie kann ich mich künftig schützen?

Der wichtigste Schutz ist eine aktuelle Antiviren-Software. Wenn Sie Ihren Rechner in Gang gebracht haben, sollten Sie Ihren veralteten Virenschutz deinstallieren – und ein kostenloses Programm wie Microsoft Security Essentials (http://goo.gl/dMb8M), Avira Free Antivirus (free-av.de) oder avast! Free Antivirus (http://goo.gl/L6vF) installieren. Hundertprozentigen Schutz gegen die Computer-Geiselnahme bieten auch sie nicht. Oft reicht schon das Surfen auf eine infizierte Website.

tz

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schluss mit dem Geplärre: Smartphone-Klang verbessern
Ilmenau - Nicht selten schlummern ganze Musiksammlungen auf Smartphones. Doch Hi-Fi-Feeling kommt bei der Wiedergabe über die eingebauten Mini-Lautsprecher nicht …
Schluss mit dem Geplärre: Smartphone-Klang verbessern
Netz-Piraten schmuggeln Pornos auf YouTube
Musikvideos, Trailer, lustige Katzenclips - all das finden User bei YouTube. Pornos haben dort jedoch nichts verloren. Netz-Piraten sollen jetzt dennoch schmutzige …
Netz-Piraten schmuggeln Pornos auf YouTube
Facebook stellt unser Informations-Ökosystem auf den Kopf
Unterstützt der Papst Donald Trump? Bei Fake News lässt sich oft schwer nachvollziehen, wo sie eigentlich herkommen. Sie zu kennzeichnen, hält der Medienwissenschaftler …
Facebook stellt unser Informations-Ökosystem auf den Kopf
Zwei von drei Online-Käufern achten auf Produktbewertungen
Beim Online-Shopping lassen sich Produkte nicht ausprobieren. Viele setzen deshalb bei der Kaufentscheidung auf die Beurteilungen anderer Nutzer, zeigt eine Umfrage. …
Zwei von drei Online-Käufern achten auf Produktbewertungen

Kommentare