Acrylamid-Gefahr auch beim normalen Kochen

- Hamburg - Die Gesundheitsgefahr durch das Krebs erregende Acrylamid in Lebensmitteln ist offenbar größer als bisher bekannt. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung wird der Stoff schon beim ganz normalen Kochen freigesetzt. Die Bevölkerung unterschätze die Gefahr, schreibt das Blatt unter Berufung auf eine Expertise für den Verbraucherschutz-Ausschuss des Bundestages.

 Der Direktor des Instituts für Pharmakologie der Kölner Universität, Edgar Schömig, warne in seinem Bericht für eine Anhörung vor dem Ausschuss vor einer falschen Sicherheit: "Für die Acrylamidbildung sind Stärke, Protein und eine hohe Zubereitungstemperatur notwendig. Alle Lebensmittelprodukte, die diese Kriterien erfüllen, bergen die Gefahr eines hohen Acrylamidgehaltes."<P>Die Chemikalie sei nicht nur in Produkten wie Pommes Frites oder Kartoffelchips enthalten und könne auch durch den häufigen Verzehr von gering belasteten Lebensmitteln gefährlich werden. "Auch Produkte mit einem niedrigeren bis mittelhohen Gehalt an Acrylamid können erheblich zur Gesamtbelastung der Bevölkerung beitragen und bedürfen des Augenmerkes", zitiert das Blatt den Professor.</P><P>Am Wochenende war bekannt geworden, dass der Krebs erregende Stoff in vielen Kosmetika enthalten ist und vom Menschen in großem Umfang über die Haut aufgenommen wird. Einer Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung zufolge sind Kosmetika neben Lebensmitteln und dem Rauchen als Hauptquellen für die Acrylamid-Belastung beim Menschen festgestellt worden. Bisher war Acrylamid vor allem in Lebensmitteln wie Pommes-Frites, Knäckebrot und Kartoffelchips festgestellt worden.</P>

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