Ärger mit DSL: Welche anderen Wege ins weltweite Netz führen

- Die mangelhafte Versorgung mit der schnellen Internetverbindung DSL sorgt für großen Unmut in Oberbayern. Gewerbegebiete, Unternehmen und private Internet-Nutzer sind gleichermaßen betroffen, nicht nur in ländlichen Regionen. Die Deutsche Telekom wie auch Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber und die Bundesnetzagentur verweisen auf die angeblich zahlreichen Alternativen zum DSL via Telefonleitung. Wer von der Telekom nicht ans DSL-Netz angeschlossen werden kann, solle sich doch bitte schön nach einer anderen Lösung umsehen.

Die Flut an Angeboten ist verwirrend. Diverse Anbieterfirmen werben mit angeblich im Ausbau begriffenen Funknetzen. Von DSL durch die Stromleitung, per Satellit oder via Fernsehkabel ist die Rede. Theoretische Möglichkeiten gibt es viele. Lediglich an der Umsetzung happert es noch.

Wir haben versucht, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und die verschiedenen theoretischen Möglichkeiten, auf schnellem Weg ins Internet zu gelangen, aufgelistet (siehe Tabelle). Ob diese Angebote für das jeweilige Gebiet in Frage kommen, lässt sich auf der Internetseite der Anbieter überprüfen.

Allgemein gültige Aussagen über Preise können in einer solchen Gegenüberstellung nicht getroffen werden. Zu verschieden sind die Angebote der einzelnen Anbieter. Allgemein lässt sich jedoch sagen: Eine DSL-Flatrate ist ab 15 Euro im Monat (ohne Gebühr für den Telefonanschluss) zu haben. V-DSL wird es ab rund 35 Euro monatlich geben. Kabel-Internet ist ab 30 Euro verfügbar. Je nach Tarif und Technologie liegt der Preis für eine Breitband-Internetverbindung grob gerechnet zwischen 30 und 60 Euro im Monat.

Verbraucher sollten vor allem darauf achten, welche Geschwindigkeit sie bei der Datenübertragung benötigen. Man unterscheidet hier zwischen dem Download, dem Datenstrom, den man zum Öffnen einer Internetseite oder beim Herunterladen von Filmen oder Musikstücken empfängt, und dem Upload, dem Datenstrom, den man beim Online-Stellen einer eigenen Internetseite versendet. Die in der Tabelle angegebene Datenrate betrifft die gängige Geschwindigkeit, mit der ein Privatkunde bei den verschiedenen Technologien realistisch rechnen kann. Denn die von den Betreiberfirmen angegebene maximale Datenrate entspricht nur selten dem verfügbaren Durchschnitt. Zur Orientierung: Bei einer Download-Rate von 16 MBit/s kann man einen Kinofilm von 1,5 Gigabite Größe in etwa 15 Minuten herunterladen.

Sascha Wilms vom Verband der deutschen Internetwirtschaft in Köln ist Experte für Breitband-Alternativen. "Das grundlegende Problem in Deutschland ist der mangelnde Wettbewerb auf dem Markt", fasst er zusammen. "Die Deutsche Telekom verfügte lange Zeit über ein Monopol auf das Telefon- und Kabelnetz. Im Gegensatz zu anderen Ländern herrscht in Deutschland deswegen immer noch eine Monokultur für DSL." Die Folgen bekommen viele DSL-Interessenten zu spüren.

Es gibt eine Vielzahl an theoretischen Möglichkeiten, die verschiedenen Technologien sind aber noch unausgereift. Die Verfügbarkeit lässt meist zu wünschen übrig. In vielen Fällen kann der Einzelne wenig ausrichten. "Es bedarf oftmals der Initiative einer ganzen Gemeinde", sagt auch Sascha Wilms. So erging es zum Beispiel Bernried im Landkreis Weilheim. Hier beschloss der Gemeiderat, jetzt die Investition von 65\x0f000 Euro für die Anbindung des Ortes an das DSL-Netz der Telekom aus eigener Tasche zu bezahlen. Bürgermeister Josef Steigenberger will die Abwanderung von Firmen nicht riskieren.

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