+
Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) stellte in Berlin das neue Informationsportal iRights Cloud für Fragen rund um Cloud Computing vor.

Datenschutz

Aigner fordert klare Regeln für Cloud Computing

Berlin - Mit einem neuen Internetportal sollen die Verbraucher über Vorteile und Risiken des sogenannten Cloud Computing informiert werden.

Wie Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) am Mittwoch in Berlin sagte, sei diese Form der internetbasierten Datenverwaltung nicht ohne datenschutzrechtliches Risiko. Datenschutzbestimmungen gälten schließlich nur innerhalb der nationalen Grenzen, die Daten würden allerdings oft im Ausland gespeichert.

Aigner sagte, eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag ihres Ministerium habe ergeben, dass 68 Prozent der befragten Internetnutzer nicht wüssten, wie und wo ihre Daten gespeichert werden. Die Ministerin betonte: „Um sich im Internet selbstbestimmt und sicher bewegen zu können, muss man die technischen Zusammenhänge verstehen können, Chancen und Risiken kennen.“

Zwtl.: Wichtige Daten bleiben daheim

Darum stelle das Ministerium 120.000 Euro für den gemeinnützigen Verein irights.info bereit, der das Informationsportal cloud.irights.info redaktionell betreut. Redaktionsleiter Philipp Otto sagte, die Seite solle „Licht in den digitalen Dschungel des Cloud Computing bringen“. Das Ziel sei, auf einfache Fragen einfache Antworten zu geben. Die Informationen seien in häufig genutzte Bereiche unterteilt wie Dokumente, Filme, Musik, Fotos oder Spiele.

Aigner forderte die Europäische Union auf, die Besonderheiten des Cloud Computing bei der noch zu verabschiedenden Datenschutzverordnung stärker zu berücksichtigen. Grundsätzlich sei die Ende September von der EU vorgestellte Doppelstrategie richtig, einerseits das Potenzial des Cloud Computing zu nutzen und andererseits einen rechtlichen Rahmen für die Dienstleister zu schaffen. Dass die EU technische Standards entwickeln und vertrauenswürdige Anbieter zertifizieren wolle, unterstütze sie voll und ganz, sagte Aigner. „In puncto Datenschutz und Vertragsrecht“ müsse allerdings noch nachgelegt werden.

Die Verbraucherministerin selbst ist sehr skeptisch gegenüber Cloud-Diensten. Sie nutze diese privat „nur für Sachen, die nicht sicherheitskritisch sind“. Dateien aus dem Ministerium würde sie nie auf einer solchen „Wolke“ ablegen.

Millionen Bundesbürger nutzen im Alltag schon länger das Cloud Computing: zum Beispiel diejenigen, die E-Mails über einen Server wie hotmail oder yahoo abrufen, Fotos in Webalben archivieren, Dateien auf Online-Festplatten wie „dropbox“ sichern oder Nachrichten über soziale Netzwerke wie facebook schreiben.

dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zukunftsforscher Opaschowski ruft zu „digitaler Diät“ auf
Weder ein Like noch ein Dislike, sondern ein Boykott der sozialen Medien. Das fordert der Hamburger Zukunftsforscher Horst W. Opaschowski und appelliert an die Jugend: …
Zukunftsforscher Opaschowski ruft zu „digitaler Diät“ auf
Apple verschiebt Marktstart seines smarten Lautsprechers
Der HomePod kommt doch nicht mehr im Jahr 2017 auf den Markt. Apple teilte am Freitag mit, man benötige „ein wenig mehr Zeit“.
Apple verschiebt Marktstart seines smarten Lautsprechers
„I bims“ zum „Jugendwort des Jahres“ gekürt: Was bedeutet dieser Begriff, bitte?
Den Begriff „I bims“ liest und hört man immer öfter. Erst recht, nachdem er zum „Jugendwort des Jahres 2017“ gekürt wurde. Was ist das für ein Ausdruck? Wir erklären die …
„I bims“ zum „Jugendwort des Jahres“ gekürt: Was bedeutet dieser Begriff, bitte?
Bei Whatsapp kursiert falsches H&M-Gewinnspiel
Achrung, WhatsApp-Nutzer: Die Modekette H&M warnt vor einem betrügerischen Kettenbrief, der derzeit in dem Messenger verschickt wird.
Bei Whatsapp kursiert falsches H&M-Gewinnspiel

Kommentare