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Ilse Aigner kritisiert Google Street View.

Aigner kritisiert mangelnde Sorgfalt bei Street View

Berlin - Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat Google eine mangelhafte Anonymisierung von Häusern und Personen im Panorama-Dienst Street View vorgeworfen.

“Bei der Eile, mit der die Flut von rund einer Viertelmillion Widersprüchen bearbeitet wurde, ist leider die Sorgfalt auf der Strecke geblieben“, sagte sie der “Bild am Sonntag“. Die Fehlerquote sei auf den ersten Blick eindeutig zu hoch und “nicht akzeptabel“. Google wies die Vorwürfe zurück. Das System zur Erfassung und Bearbeitung von Widersprüchen habe sich bewährt.

Google Street View: Dieser Kamera entgeht nichts

Google Street View: Kurioses aus Deutschland und aller Welt

Der neue Dienst Google Street View zeigt seit Donnerstag Panorama- Fotos von 20 deutschen Großstädten. Bis zum Start hatten mehr als 244 000 Bürger und Unternehmen beantragt, die Fassade ihres Hauses verpixeln zu lassen. Der Dienst stößt nicht nur bei Verbraucherschützern, sondern auch bei Datenschützern auf Kritik, weil die Gesichter von Passanten und die Ansichten von Häuser oftmals nicht ausreichend unkenntlich gemacht worden sind.

Aigner vertrat die Ansicht, Google sei durch die Vielzahl an Fehlern schwer beschädigt. “In der Kommunikation des Projekts, aber auch bei der praktischen Umsetzung wurden viele Fehler gemacht, ganz klar“, sagte die Ministerin. “Das alles hat Google schwer geschadet.“

Das Unternehmen sprach dagegen von einem großen Erfolg. Schon kurz nach dem Start des Dienstes habe sich gezeigt, dass das System zur Erfassung und Bearbeitung von Widersprüchen sehr effizient greife, sagte Sprecher Kay Oberbeck am Sonntag. Bei nachträglicher Meldung würden unerwünschte Bilder “zumeist binnen weniger Stunden“ unkenntlich gemacht. Die Nutzung des Kartendienstes Google Maps in Deutschland habe seither in der Spitze um 300 Prozent zugenommen.

Angesichts des derzeitigen Umgangs mit Benutzerdaten im Netz fordert FDP-Generalsekretär Christian Lindner neue Regeln. Der Einzelne müsse in der Lage sein, “auch bei einem kommerziellen Anbieter über seine Daten verfügen zu können“, sagte er der Onlineausgabe des “Hamburger Abendblatts“, abendblatt.de. “Das Internet darf kein Feld sein, wo es anarchische Strukturen gibt.“

Eine ganz eigene Erfahrung mit Google Street View machten die Grünen: Ihre Parteizentrale in Berlin wurde unkenntlich gemacht - obwohl die Grünen selbst dies gar nicht wollten. Recherchen ergaben, dass Unbekannte die Verpixelung beantragt hatten. Sie sei nicht mehr rückgängig zu machen, teilte Malte Spitz vom Bundesvorstand mit.

dpa

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