Akupunktur gegen Spannungsschmerz

- Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen lassen sich durch Akupunktur deutlich bessern. Die von Prüfärzten dokumentierte Wirksamkeit war bei 55 Prozent von 97 733 behandelten Patienten gut, bei weiteren 20 Prozent sehr gut, so das Zwischenergebnis des weltweit bisher größten naturheilkundlichen Forschungsprojekts. Es umfasst mehr als 500 000 Patienten, rund 9 400 Prüfärzte und 50 Prüfzentren.

<P>Die Großstudie über die Wirksamkeit der Akupunktur wird im Auftrag deutscher Ersatzkrankenkassen durchgeführt und von Medizinern der Technischen Universität München federführend betreut. Leiter des Forschungsprojekts ist Privatdozent Dr. Dieter Melchart, Chef des Zentrums für naturheilkundliche Forschung an der TU München. Die ersten Ergebnisse der Studie haben bereits viel Aufsehen erregt. Doch Melchart will noch mehr Wirksamkeitsbereiche untersuchen. Jetzt geht es um den so genannten Spannungskopfschmerz.</P><P>Melchart: "Wir suchen Patienten, die sich im Rahmen der Studie bei erfahrenen Akupunkturärzten behandeln lassen möchten. Alle Patienten, die an den kontrollierten Studien der TU München und der Charité´ Berlin teilnehmen, werden kostenlos behandelt.Sie sollten zwischen 18 und 65 Jahren alt sein und mindestens an acht Tagen pro Monat an Spannungskopfschmerzen _ nicht an Migräne! - leiden." </P><P>Klaus H. Richter, Vorstand der Barmer-Ersatzkasse: "Von einer Auswertung dieser Daten versprechen wir uns auch Erkenntnisse über mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen der Akupunktur und darüber, welchen Einfluss die Qualifikation der einzelnen Ärzte auf die Wirksamkeit der Akupunktur hat."</P><P>Das Projekt Akupunktur werde die Ersatzkassen inklusive Behandlungskosten in drei Jahren rund 150 Millionen Euro kosten, erklärt der Vorstand der Deutschen Angestelltenkrankenkasse DAK, Eckart Schupeta: "Ziel ist es, dem Bundesausschuss Ärzte und Krankenkassen wissenschaftlich fundierte Ergebnisse präsentieren zu können, die ihm eine rasche Neubewertung ermöglichen." </P><P>Der Ausschuss hatte bisher den gesetzlichen Krankenkassen die Bezahlung von Akupunkturbehandlungen mit Hinweis auf fehlende wissenschaftliche Nachweise untersagt, Schmerzpatienten müssen seit Januar 2001 die Kosten der aus China stammenden Behandlung selbst bezahlen.</P><P>Um die spezifische Wirksamkeit der Akupunktur wirklich zweifelsfrei nachweisen zu können, wird nun in kontrollierten klinischen Studien von den TU-Medizinern und dem Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité´, Berlin (Leiter Prof. Stefan Willich) durchgeführt. Zwei Akupunktur-Arten werden miteinander verglichen werden, einer Vergleichsgruppe bleibt zunächst unbehandelt, diese Patienten werden erst nach 12 Wochen akupunktiert.</P><P>Anmeldung<BR>Interessenten, die unter starken Spannungskopfschmerzen leiden, können sich unter der Rufnummer 089 - 33 04 10 412 melden. Sie erhalten dann weitergehende Informationen zugesandt. Für die Studie werden Schmerzverläufe, Lebensqualität, Medikamentenverbrauch und eventuelle Nebenwirkungen per Tagebuch und Fragebögen erfasst und ausgewertet.<BR><BR></P>

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