+
Die Taschenlampe spielt eine wichtige Rolle in Alan Wake (von Microsoft; für XBox 360; ab 16 Jahren).

Alan Wake: Ausflug in die Alptraumwelt

Redmond - Nach über fünf Jahren Entwicklungszeit erscheint der Mystery-Thriller Alan Wake für die XBox 360. Angst vor der Dunkelheit sollte man bei diesem Game nicht haben. Der Test:

Story

Die Grusel-Geschichte wird ziemlich innovativ erzählt: Im Stile einer TV-Serie lernen wir episodenweise das Schicksal des Schriftstellers Alan Wake kennen. Der landet mit einer Schreibblockade im verträumten amerikanischen Kaff Bright Falls. Das wird für ihn aber bald zum alptraumhaften Kaff. Denn das Walddorf, wo Wake eigentlich nur in Ruhe seinen Urlaub verbringen und seine Schreibblockade überwinden will, beschert ihm einen wahren Horrortrip: Unbekannte kidnappen seine Frau Alice. Im Wald wird er von unheimlichen Gestalten angegriffen. Und die Polizei schaut dem Ganzen tatenlos zu. Damit ist klar: Wake muss die Sache selbst in die Hand nehmen.

Gameplay

Im Vordergrund steht bei Alan Wake Grusel statt Horror. Statt auf Splattereffekte setzen die Entwickler ganz auf die Story. Und die zieht den Spieler nach kürzester Zeit in ihren Bann.

Das dunkle Geheimnis der Alptraumwelt in Bright Falls wird häppchenweise preisgegeben: Man begleitet den Horror-Schriftsteller bei Rückblicken in die Vergangenheit. Fortwährend flackern Erinnerungsfetzen auf. Über Manuskripte erfährt Alan, was andere über ihn denken. Nebenbei ist die Geschichte garniert mit Anspielungen auf Horroro-Klassiker von Stephen King und auf die Kult-Serie "Twilight Zone".

Screenshots aus Alan Wake

Screenshots aus Alan Wake

Das Spiel mit Licht und Schatten, düsteren und verfallenen Orten und gar nicht so einsamen Waldlichtungen sorgt für eine Gänsehautt-Atmosphäre. Tagsüber bewegt Alan sich relativ sicher in Bright Falls. Nachts ist er den Kreaturen der Dunkelheit ausgeliefert. Selten hat ein Spiel die fassbare sowie unfassbare Bedrohung so gut vermittelt. Extreme Gruselstimmung kommt auf, wenn man alleine durch den Wald rennt: Nebel kriecht durch die Äste der Bäume und nur ein kleiner Lichtkegel aus der Taschenlampe hellt den Weg auf. Plötzlich wird das sanfte Rauschen der Blätter von einem dumpfen Grollen abgelöst. 

Im Gegensatz zu Horror-Game-Kollegen wie Silent Hill oder Resident Evil gibt es in Alan Wake kein mächtiges Waffenarsenal. Anfangs hat der Titelheld nur einen popeligen Revolver. Später kommen noch Schrotflinten oder Jagdgewehre hinzu. Die mächtigste Waffe gegen die Wesen der Finsternis ist aber eine Taschenlampe. Denn die Alptraum-Kreaturen zeigen eine extreme Abneigung gegen Licht. Und es macht einen Riesen-Spaß, den Viechern mit der Funzel heimzuleuchten. Neben der Lampe bringen auch Fackeln und Leuchtraketen Licht ins Dunkel und die Monster um die Ecke.

Fazit

Atmosphärisch gehört der Grusel-Thriller Alan Wake zu den besten Horror-Spielen. Die Rätsel sind leicht lösbar, die Kämpfe sind intensiv. Die Story fesselt den Spieler bis zum Abspann vor den Schirm. Wer auf Mystery-Serien wie Twin Peaks, Lost oder Akte X steht, sollte unbedingt mal einen Blick auf Alan Wake werfen.

Genre: Action-Adventure

Hersteller: Microsoft

Für: XBox 360

Altersfreigabe: Ab 16 Jahren

Erscheint am: 14. Mai 2010

 

fro

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ratschläge für den Daten-Nachlass
Soziale Netzwerke, E-Mail-Konten, Onlinespeicher oder Streamingdienste: Wenn jemand stirbt, bleiben seine Accounts erst einmal bestehen. Angehörige haben dann oft ihre …
Ratschläge für den Daten-Nachlass
Game-Charts: Echtzeit-Strategie und WM-Spaß
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland ist im vollen Gange. Und auch bei den iOS-Gamern ist das Kicker-Fieber ausgebrochen, wie die gute Platzierung von "FIFA …
Game-Charts: Echtzeit-Strategie und WM-Spaß
Morgens wird eher analytisch getwittert, abends emotional
US-Präsident Donald Trump mit seinen morgendlichen Twittersalven scheint eine Ausnahme zu sein: Die meisten Nutzer verfassen ihre Tweets am Tagesanfang eher rational und …
Morgens wird eher analytisch getwittert, abends emotional
Neuer Fernseher kostet im Schnitt 635 Euro
Wie viel müssen deutsche Verbraucher für einen neuen Fernseher ausgeben? Im Durchschnitt deutlich weniger, als von Technik-Kunden angenommen. Zu diesem Ergebnis kommen …
Neuer Fernseher kostet im Schnitt 635 Euro

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.