Alcatel-Lucent streicht 12 500 Stellen

Harter Sparkurs: - Paris - Nach einem Sturz in die Verlustzone Ende 2006 verschärft der Weltmarktführer für Kommunikationstechnik Alcatel-Lucent seinen Sparkurs. Statt 9000 Stellen würden binnen drei Jahren 12 500 Arbeitsplätze gestrichen, teilte Konzernchefin Patricia Russo am Freitag in Paris mit.

Dies soll 1,7 Milliarden statt 1,4 Milliarden Euro einsparen helfen. Alcatel-Lucent hat 80 000 Mitarbeiter in 130 Ländern. Die französischen Gewerkschaften kündigten für den 15. Februar einen Streik an.

Der Konzern ist der weltgrößte Anbieter von Festnetztechnik und zweitgrößte Anbieter von Mobilfunk- und Internettechnologie. Alcatel-Lucent wolle "die Transformation der Branche begleiten", hieß es. "Dazu gehören die Entwicklung reiner IP-Netze, Video und Multimedia-Inhalte zur Anreicherung von Kommunikationsdiensten und mobiles Breitband sowie hochwertige Dienstleistungen."

Alcatel-Lucent entstand im Dezember 2006 aus der Fusion von Alcatel mit dem US-Wettbewerber Lucent Technologies. Ein Vergleich der Geschäftszahlen 2006 und 2005 ist schwierig, weil Konzernteile mit anderen Unternehmen ausgetauscht wurden. Auf vergleichbarer Basis sank der Umsatz von Alcatel-Lucent 2006 um zwei Prozent auf 18,25 Milliarden Euro. Davon entfielen 36 Prozent auf Nordamerika, 26 Prozent auf Westeuropa. 15 Prozent auf Asien und 23 Prozent auf die übrige Welt. Der Überschuss erreichte pro forma 522 Millionen Euro nach 1,67 Milliarden Euro ein Jahr zuvor.

Im Schlussquartal 2006 sank der vergleichbare Umsatz von 5,25 auf 4,42 Milliarden Euro. Der operative Ertrag fiel von 566 Millionen auf 21 Millionen Euro. Nach einem Überschuss von 381 Millionen Euro wurde ein Fehlbetrag von 618 Millionen Euro ausgewiesen. Als Grund wurden schwierige Marktbedingungen in Nordamerika genannt. Nach einer Umsatzdelle im ersten Quartal 2007 will Alcatel-Lucent im Laufe des Jahres wieder auf Wachstumskurs gehen.

Erst vor wenigen Tagen hatte Alcatel-Lucent seine Beteiligung am führenden europäischen Rüstungselektronikkonzern Thales von 9,46 auf 20,95 Prozent erhöht. Alcatel-Lucent brachte sein Sicherheits- und Signaltechnikgeschäft mit einem Jahresumsatz von einer Milliarde Euro in Thales ein. Im April soll das Satellitengeschäft gegen eine Zahlung von 670 Millionen Euro folgen.

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