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Mit RSS-Readern lässt sich das Internet nach eigenen Vorlieben ordnen und abonnieren. Foto: Andrea Warnecke

Alles auf einen Blick - RSS-Reader mindern Informationsflut

Berlin/Göttingen (dpa/tmn) - Ob ein neuer Artikel bei einer Nachrichtenseite, ein Beitrag im persönlichen Lieblings-Blog oder die Facebook-Posts der Freunde - immer mehr Inhalte prasseln im Netz auf einen herein. RSS-Reader helfen, den Überblick zu behalten.

Früher gab es die Tagesschau um acht und morgens die Zeitung. Heute bieten daneben noch zahlreiche Nachrichtenseiten im Internet, Blogs und soziale Netzwerke aktuelle Nachrichten und Neuigkeiten von Freunden und Bekannten an. Viele Nutzer wissen kaum noch, wie sie diese Informationsflut aus allen möglichen Kanälen bewältigen sollen - und im Idealfall nur die wirklich relevanten Beiträge erkennen. Mit ein paar Tools und Tipps lassen sich die Themen aber nach eigenen Vorlieben hin ordnen. RSS heißt das Zauberwort für mehr Übersicht.

Nachrichten-Webseiten und Blogs lassen sich mit dieser Technik gleichermaßen abonnieren. Viele Webseiten haben auch einzelne Kanäle für spezielle Themen oder Ressorts - etwa Eilmeldungen oder Sport. "Nachrichten werden übersichtlich aufgelistet, und das Ansurfen der jeweiligen Websites entfällt somit", erklärt Sarah Raymaekers vom Portal "Teltarif.de". RSS-Dienste wie Feedly, Feedwrangler, Netvibes oder Fever erleichtern es, den Überblick im Netz zu behalten. Auch Mozillas E-Mail-Client Thunderbird lässt sich als RSS-Reader nutzen.

Dabei lassen sich Neuigkeiten thematisch filtern. Konkret heißt das: Keine Meldungen über Promis mehr, wenn Nutzer sich nur für Sport interessieren. Sie können aber mehrere Themen gleichzeitig beobachten. "In einem RSS-Reader lassen sich die einzelnen Abonnements in Gruppen einteilen und etwa nach Thema gruppieren", erläutert Steffen Herget von "Areamobile.de".

Ein ähnliches Prinzip wie RSS-Reader verfolgen grafisch aufgepeppte Reader wie Flipboard, ergänzt der Redakteur aus Berlin. Der Nachtteil: Oft können Nutzer nur einen kurzen Auszug des Artikels sehen und werden dann auf die Webseite geleitet. "Firmen wie Samsung und HTC bieten für ihre Android-Handys vorinstallierte Funktionen an, die ähnlich funktionieren und eine Darstellung in Magazin-Form bieten", sagt Herget. Als weitere hilfreiche Reader empfiehlt er neben Feedly SimpleNews oder News Republic.

Auch soziale Netzwerke wie Facebook, Google+ oder Twitter sind für viele Themen gute Nachrichten-Quellen. Sie erlauben es Nutzern, bestimmten Medien, Journalisten oder Portalen folgen, die ihre Inhalte ins Netzwerk stellen und Links zu ihren Artikeln auch für andere veröffentlichen. In den Netzwerken lassen sich die Inhalte nach eigenen Vorlieben zusammenstellen: Man kann seine Kontakte in Gruppen ordnen - bei Twitter in Listen, bei Google+ in Kreisen. So ließen sich zum Beispiel die Beiträge der Kollegen von denen der Freunden trennen, erklärt Jo Bager von der Fachzeitschrift "c't".

"Anwendungen wie Tweetdeck oder Twitter-Apps für Android wie Fenix oder Talon bringen Ordnung ins Tweet-Chaos - sie zeigen Listen übersichtlicher an als die Twitter-Webseite selbst", sagt Sarah Raymaekers. Mit Abos ausgewählter Schlagworte, Hashtags genannt, verpassen Nutzer keine Meldung zum Thema mehr.

Rand- und Nischenthemen werden vor allem in Blogs detailliert aufgegriffen und diskutiert. Sarah Raymaekers empfiehlt Aggregations-Dienste wie rivva.de oder 1000flies.de. Sie stellen die aktuell beliebtesten Beiträge im Netz zusammen - darunter stets wichtige Beiträge und interessante Blogs. Die wichtigsten Meldungen von Nachrichtenseiten lassen sich per Push-Notiz aufs Handy leiten - so ist man immer sofort informiert, wenn es Neuigkeiten gibt. Dazu muss man bloß die App der Seite im entsprechenden Appstore herunterladen und die Ressorts festlegen, aus denen man aktuelle Meldungen erhalten möchte.

Wer alle relevanten Neuigkeiten aus vielen Kanälen an einer Stelle sammeln will, kann auf verschiedene Tools im Netz zurückgreifen. "Beispielsweise bündeln Nachrichten-Apps wie Flipboard und Pulse nicht nur News, sondern auch Beiträge aus den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter", sagt Raymaekers. Oft liegt in der Kürze die Würze: "Wer nur schnell mal alle neuen Infos auf seinem Smartphone checken möchte, greift auf Dienste wie Circa zurück - die bieten kurze prägnante, auf ihre Essenz reduzierte News."

Wenn unterwegs nicht immer WLAN oder eine schnelle Internetverbindung vorhanden ist, hilft eine Offline-Funktion. "Sie ist praktisch, um Beiträge etwa für eine Zugfahrt oder einen Flug zum Lesen parat zu haben", erklärt Steffen Herget.

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